Ein Teil der Carretera Austral

RoadTrip-GirlArgentinien, Chile Leave a Comment

Weihnachten in Villa Cerro Castillo

Am achten Tag können wir endlich aus Coyhaique los, wieder weiter nach Süden. Durch das Tal der Huemul. Eine kleine Hirschart. Ausser auf den Schildern am Wegesrand, haben wir auf der ganzen Fahrt keine gesehen. Unser Ziel ist ein Overlander Stellplatz am Fusse des Cerro Castillo. Dort treffen wir auf andere Reisende aus Deutschland, Holland, Frankreich, Rumänien und der Schweiz.

 

Es ist nun schon der 22. Dezember. Weihnachten wollen wir alle nicht unbedingt alleine verbringen. So beschliessen wir spontan, ein Festmahl zu organisieren. Alle Parteien tragen etwas dazu bei und so dürfen wir uns Kürbiscrémesuppe, Salat, Lammkeulen, Schmorbraten mit Kartoffeln, Apfelkuchen und Bananencake einverleiben. MJAMI, war echt lecker!

Puerto Tranquillo

Ab Villa Cerro Torres ist die Strasse Schotterpiste. Unser nächster Halt wird Puerto Tranquillo sein. Die Strasse ist gut zu befahren. Klar hat es hie und da mal einige Schlaglöcher, doch nicht der Rede wert. Es geht zügig vorwärts. Hin und wieder müssen wir vom Gas weg, da die Carretera Austral sehr beliebt ist bei Radfahrern. Hut ab an der Stelle! Meins wäre es nicht. Kräftiger Wind, viel Regen, eher kühlere Temperaturen und dazu noch Schotterpiste… Bäääh! Ich könnte meinen inneren Schweinehund noch so prügeln, er würde sich nicht überwinden. Da kuschel ich mich lieber in meinen Beifahrersitz, höre Musik und drehe die Heizung ein wenig höher.

Marmorhöhlen in Puerto Tranquillo

In Puerto Tranquillo verbringen wir die Nacht am See.

Der kommende Tag soll schön werden und wir entschliessen uns für eine Bootstour zu den Marmorhöhlen. Die Höhlen sind sehr eindrucksvoll und die Struktur der Wände sehen aus wie Schuppen eines Reptils. So stelle ich mir Drachenhaut vor.

Leider wurde das Bild nicht so scharf, da es im Boot hin und her schaukelt.

Zum Abschluss der Tour gibt es ein kleines Rennen, gegen einen anderen Bootsfahrer mit seinen Touris an Bord. Manch ein Schlag aufs Wasser muss das kleine Boot und wir schlucken. Hat aber gerockt und wir haben gewonnen.

Valle Chacabuco

Am Nachmittag geht es nun weiter. Über Schotterpiste an Lagunen vorbei immer Richtung Cochrane.

Kurz davor nehmen wir die Abzweigung zum Paso Roballo. Die Strasse führt uns durchs Valle Chacabuco. Das Gebiet wurde vom Gründer von North Face gekauft, aufgeforstet und an Chile übergeben, mit der Bedingung, dass es ein Naturschutzgebiet bleibt. Wir haben uns ein wenig informiert zuvor,doch leider zu wenig. So übersehen wir, dass wir schon im Nationalpark sind, als wir unseren Platz für die Nacht aussuchen.

Während dem Essen klopft ein Ranger an die Tür und bittet uns höflich das Areal zu verlassen. Das sei Naturschutzgebiet und es wäre nicht erlaubt hier zu campen. Die Grassamen die wir auf der Wiese auflesen mit unseren Reifen, könnten andernorts verteilt werden und das wolle man hier nicht. Wir sollen ihm bis zum Campingplatz folgen. So müssen wir wohl oder übel diese Nacht auf einem Camping verbringen.

Der Camping liegt weit hinter dem offiziellen Gebäude. Es geht über einen Feldweg zum Übernachtungsplatz. Soviel zum Thema „keine Grassamen verschleppen“. Nun gut, wenigstens sind wir mitten in der Natur und haben einen schönen Stellplatz. Doch weit gefehlt. Wir bekommen einen Parkplatz zugewiesen. Einen mit Schotter. Dafür haben wir in etwa 24 CHF bezahlt. Tja was solls… Immerhin bekommen wir Besuch von brünftigen Guanakos. Hat man auch nicht jeden Tag!

Paso Roballo

Nach einer ruhigen Nacht geht es am Morgen weiter zum Zoll und dann nach Argentinien. Der Grenzübertritt ist auch dieses Mal keine Hexerei. Am Argentinischen Zoll wird noch alles von Hand geschrieben. Computer sieht man dort nirgends stehen. Schnell alles aufgeschrieben, Pass gestempelt und Bienvenidos in Argentina!

Nicht weit von der Grenze entfernt, finden wir auch schon unseren Platz für die Nacht. Neben einem kleinen Bach, umhüpft von ganz vielen Hasen und einem tollen Blick auf die Berge.

Argentinien mag ich!

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