Mit dem VW Bus durch Bolivien: Über die Death Road nach Coroico

RoadTrip-GirlBolivien, Offroad, Welt bebummeln/Reisetagebuch 2 Comments

Wir fahren mit unserem Bus durch La Paz und ich kriege fast einen Nervenzusammenbruch wegen der Fahrweise der Einheimischen. Fest klammere ich mich an meinen Angstgriff und schwitze Blut und Wasser. Doch Mister RoadTrip hat alles im Griff. So geht es immer höher und höher hinauf und langsam aus La Paz hinaus.

Kaum draussen aus La Paz, begrüsst uns Schnee. Schon wieder dieses weisse, kalte Zeugs. Langsam habe ich die Schnauze voll. Seit wir unterwegs sind, haben wir einige wenige warme Tage erlebt in denen ich auch einmal meine Sommersachen anziehen konnte. Auch Minusgrade sind uns nicht fremd. So dass unser Wassertank im Auto schon mal eingefroren ist.

Jesus verleitet zum Driften

Mister RoadTrip freut sich immer wenn er Schnee sieht und so ist es auch kein Wunder, dass wir noch schnell zu einer grossen Jesus Statue hochdriften. Dabei geht es ihm nuuuur um die Statue, nicht um den meterhohen Schnee, den man auf dem Weg durchpflügen muss. Ja ganz klar…

Death Road Bolivien

Ich habe schon einen Adrenalinschub vom Schnee und jetzt geht es auch noch auf die Todesstrasse! Ich hoffe ich kriege an der Stelle ein wenig Mitgefühl von euch!

Erst fahren wir an der Einfahrt vorbei. Unspektakulär steht ein Schild am Strassenrand, das darauf hinweist, dass wir hier rechts weg müssen. Schnell wenden und ab auf die Todesstrasse. Auf dieser Strasse herrscht Linksverkehr. So dass der Fahrer den Abgrund sieht und nicht zu weit rausfährt. Zig Meter geht es da hinunter. Brrr… Da läuft es mir kalt den Rücken hinunter.

Schnee hat es zum Glück keinen. Das heisst aber nicht, dass die Sonne scheint. Nööö… Es regnet und es hat Nebel. Super Verhältnisse für so eine Fahrt!

Wir fahren ein wenig, doch dann entscheiden wir uns, neben der Strasse zu übernachten. Vielleicht haben wir am nächsten Tag mehr Glück!

Gegen Morgen erwache ich durch ein leises Rumpeln. Ich schaue zum Fenster raus und sehe, wie sich hinter unserem Schlafplatz kleine Gesteinsbrocken lösen. Nun bin ich wach und kämpfe mit mir. Soll ich Mister RoadTrip wecken damit wir weiterfahren können oder einfach abwarten? Ich entscheide mich für abwarten. Bald erwacht auch Mister RoadTrip und so erübrigt es sich. Wir nehmen die Strasse nun in Angriff. Es nieselt ein wenig, doch wir wollen nicht mehr länger warten.

Wir fahren langsam die Strasse runter und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Obwohl es neblig ist, finden wir es wunderschön! Bis… ja bis die Mountainbike Fahrer uns links und rechts überholen. Wir wussten, dass es unzählige Tourenanbieter in La Paz gibt, die die Death Road mit Mountainbike anbieten. Um diese Uhrzeit hätten wir es jedoch nicht erwartet. An allen Aussichtspunkten stehen eine Horde Adrenalinjunkies. Keine Chance für uns, dort auzusteigen um ein Foto zu machen. Kein Platz! So fahren wir die Strecke fast in einem Zug durch.

Mein Tipp für alle die die Death Road befahren wollen:

Fahrt erst ab 16.00 Uhr los. Dann sind alle Mountainbiker durch und ihr habt Zeit, anzuhalten wo immer ihr wollt!

Ist die Death Road nun so gefährlich wie es überall geschrieben steht?

Ja ist sie, wenn ihr in die Mountainbike Rushhour kommt. Ich bin einmal ausgestiegen und konnte gerade noch so knapp die Beifahrertür schliessen. Schon sind links und rechts von uns eine Truppe Biker vorbei gerauscht.

Früher, als die Strasse noch  von LKWs befahren wurde, war sie sicherlich gemeingefährlich. Heute kommt ab und an einmal ein Auto entgegen. Absolut kein Stress.

Lohnt es sich denn die Death Road überhaupt noch zu fahren?

Absolut! Wenn man erst um 16.00 Uhr losfährt. Die Landschaft ist schon bei Nieselregen und Nebel wunderschön. Wenn man Glück hat und die Sonne scheint, muss es einfach der Hammer sein.

Meine Ängste haben sich schnell verflüchtigt. Wir haben schon weitaus schlimmere Routen hinter uns und auch vor uns. Die nächste Etappe geht von Coroico nach Cochabamba durchs Hinterland. DAS war die richtige Death Road! Doch mehr im nächsten Beitrag…

Comments 2

  1. Cooler Bericht! Ich sehe geradezu wie der Mr. den Berg hoch driftet mit einem schrägen Grinsen im Gesicht, Oberkörper leicht nach vorne gebeugt:)
    Aber wie ich Dich kenne, kannst Du es trotzdem geniessen weil Du ja weisst, dass er Dir sorge trägt. Geniesst es weiterhin. Bin ja mal gespannt auf die Fortsetzung… Gruss in die Kälte! (In der Schweiz ist es nach wie vor sehr warm)

    1. Post
      Author

      Danke Roger

      Ja in etwa so hat es sich auch abgespielt. 🙂

      … und ja ich habe es überlebt und auch geniessen können. Langsam wird es auch hier wärmer und wir freuen uns über jeden Tag den wir unterwegs sein dürfen.

      Herzliche Grüsse in die Schweiz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.