Westalpentour 2019

Westalpentour 2019

RoadTrip-Girl Welt bebummeln/Reisetagebuch, Westalpen 2 Comments

Mister RoadTrip war im 2017 schon auf Westalpen-Tour. Er schwärmte sehr von der Tour. Darum wollen wir es uns nicht entgehen lassen mitzufahren, als bekannt gegeben wurde, dass eine bunt zusammengewürfelte Truppe sich Ende August 2019 auf Westalpentour begeben würde. Da simmer dabei!

Leider auch dieses Mal ohne Stitch. Dafür mit Jeep und Dachzelt. Eine neue Herausforderung für Mister RoadTrip und mich. Wie es für uns mit Jeep und Dachzelt war erfahrt ihr hier.

Start der Westalpentour

Unser Start soll in Imperia, Italien sein. Da aber einige dieselbe Anfahrt haben, treffen wir uns schon vorab in Thusis. Am Abend vor der Abfahrt wird noch einmal alles gecheckt.

  • Werkzeug
  • Kocher, Kochutensilien, Lebensmittel
  • Hygienesachen
  • Kleider, Schlafsack

Alles da und alles hat Platz im Jeep. Dann noch schnell das Fahrzeug kontrollieren. Auch da alles wie es sein soll. Bis… Ja was haben wir denn da? Der Ersatzreifen… Platt! Kein Problem, meint Mister RoadTrip. Den würden wir am nächsten Tag an der Tankstelle aufpumpen.

Wir machen uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Italien. Erster Stopp, Thusis Tankstelle. Noch niemand von der Gruppe auf dem Platz, so können wir in Ruhe den Ersatzreifen aufpumpen. Luft rein, der Reifen ist immer noch platt. Nochmehr Luft rein, platter kann er nicht mehr werden. So ein Pech aber auch! Die Luft entweicht zwischen Gummi und Felge. Tja, dann geht es nun also ohne Ersatzreifen in die Westalpen.

Die Thusis Truppe hat sich in der Zwischenzeit auch eingefunden. Nach einem kurzen Hallo, ein wenig Smalltalk, geht es auf nach Italien. Der Weg bis zu unserem Übernachtungscamp bleibt ereignislos. Autobahnkilometer um Kilometer werden abgespult. Froh beim Camp angekommen zu sein, richten wir uns ein. Auch der Rest der Truppe trudelt nun ein und wir sitzen alle beisammen und stossen auf die nächsten Tage an.

Fahrzeuge auf der Westalpentour

Wir sind eine gemischte Gruppe von Fahrzeugen und Menschen. Mit dabei, 2 VW T4 Syncros, ein Amarok (Offroad Princess), ein Pathfinder, ein Tuareg, ein Jimny und wir mit dem Jeep.

Tag 1 der Westalpentour:

Highlight: Vom Meer in die Berge

Westalpentour Tag 1: Vomm Meer in die Berge
Westalpentour Tag 1: Vom Meer in die Berge

Ein kleines Stück auf Asphalt und bald haben wir den ersten Abschnitt Schotter vor uns. Endlich wieder einmal Schotter unter den Rädern spüren. Kurze Zeit später zwingt uns ein kleiner Zwischenfall zu einem Stopp. Dem kleinen Jimny ist die Kiste vom Dach gerutscht und die muss nun irgendwie wieder da rauf und festgezurrt werden. In der Zwischenzeit geniessen wir die Aussicht.

Aussicht Tag 1 Westalpentour
Herrliche Aussicht auf unserer ersten Etappe der Westalpentour

Wir sind das Schlusslicht. So kann ich wenn ich nicht fahre, Fotos schiessen von der ganzen Gruppe ohne jemanden hinter uns zu behindern. Schnell aussteigen und die Landschaft fotografieren, klick hier, klick da… Theoretisch… Praktisch sieht es dann aber gaaanz anders aus. Da es verschiede Motorisierungen unter den Fahrzeugen hat, ist ein gewisses Tempo Voraussetzung, dass auch jede Steigung so genommen werden kann, wie es verlangt wird.

Absolut verständlich, doch das Reisetempo ist mir zu schnell. Unsere letzte Reise war Südamerika mit Stitch und alleine. Mir ist klar, dass wir in Südamerika den Luxus hatten, anzuhalten wann und wo wir wollten. Eine Pause von geplanten 10 Minuten durchaus zu zwei Stunden wurden. Mich jetzt an das zügige Reisetempo zu gewöhnen ist etwas, was mir nicht so in den Kram passt. Doch wir sind eine Gruppe und ich füge mich. Ganz klar! Auch wenn ich von nun an jeden Tag um den Ölfilter bete der beim Jeep an einem denkbar ungünstigen Ort verbaut ist und ich die spitzen Steine beschwöre vom Weg zu hüpfen. Ihr wisst, kein Ersatzreifen dabei… Bei höherem Tempo nicht immer einfach auszuweichen und die passende Route zu finden. Doch die Öl und Steingötter sind uns gut gesinnt und einige Fotos kann ich dann doch noch knipsen:

Camp Westalpentour Tag 1
Camp Westalpentour Tag 1

Tag 2: Fort Central

Highlight: Fort Central

Westalpentour Tag 2: Nach Fort Central
Westalpentour Tag 2: Nach Fort Central

Ein neuer Tag und eine neue Route. Heute geht es zum Fort Central. Schon viele Bilder gesehen und nun natürlich neugierig ob es wirklich so ist wie es immer dargestellt wird. Doch zuerst wird gefahren.

Serpentinen auf dem Weg zum Fort Central

und dann…

Westalpentour mit VW T4 Syncro, VW Tuareg, Suzuki Jimny, Nissan Pathfinder, VW Amarok, Jeep
Vor dem Fort Central auf der Westalpentour

Ich habe mir nicht zu viel versprochen, das Fort Central ist wirklich so wie auf den Bildern und Videos (Westalpen 2017 von Mister Roadtrip) zu sehen ist. Wir verbringen die Nacht innerhalb der Festung. In den Ruinen, und in der Dämmerung durch den Nebel, entstehen mystische Bilder.

Fort Central Ruine
Fort Central Ruine
Fort Central Ruine
Fort Central Nachtcamp

Tag 3: Vom Fort Central nach Demonte

Highlight: Fahrt nach Tende

Westalpentour Tag 3: Vom Fort Central nach Demonte
Westalpentour Tag 3: Vom Fort Central nach Demonte

Nach einer erholsamen Übernachtung in der Festung steht uns der nächste Streckenabschnitt bevor. Die 48 Spitzkehren des Col de Tende. Mit dem Jeep müssen wir in den Spitzkehren nur zweimal zurücksetzen. Andere haben weniger Einschlag oder sind länger und müssen immer wieder einmal den Rückwärtsgang testen.

Nach Schotterpiste, einem Bad im Fluss mit anschliessendem Lagerfeuer, geht es auf den Campingplatz bei Demonte. Bei gemütlichem Raclette und einem Gläschen Wein wird über alles mögliche philosophiert. Müde aber zufrieden kriechen wir ins Dachzelt. Tag 4 soll eine besondere Strecke werden. Da sind wir mal gespannt was uns am nächsten Tag erwartet.

Tag 4: Von Demonte nach Marmora/Canosio

Highlight: Maira Stura

Westalpentour Tag 4: Von Demonte nach Marmora
Westalpentour Tag 4: Von Demonte nach Marmora

Hier auf diesem Abschnitt, gibt es eine kurze Passage wo das Fahrkönnen ein wenig gefordert wird. Bisher sind wir auf Schotterpisten unterwegs gewesen, die landschaftlich in einer sehr schönen Umgebung lagen. Wirklich eine Herausforderung ans Fahrkönnen war es aber nicht. Nun wird es jedoch interessanter. Vor uns liegt eine kleine Wasserdurchfahrt mit einem eher steilerem Aufstieg.

Westalpentour: kleine Wasserdurchfahrt mit steilerem Aufstieg

Darauf folgt eine Abfahrt auf einem ausgewaschenem Schotterweg mit gröberen Unebenheiten.

ausgewaschene Schotterpiste
Westalpen, Schotterpiste und Kühe

Unten angekommen, geht es auch schon wieder weiter. Wir beiben in dieser schönen Bergwelt und ich bin hin und weg. Für die einen mag es immer gleich anmuten, doch wenn man richtig hinsieht, kann mann die verschiedenen Grüntöne wie auch Felsformationen unterscheiden und wie auf dem nächsten Bild, hat man machmal das Gefühl, durch ein Tor in eine andere Welt einzutauchen oder ein Wächter zu begrüssen.

Westalpentour: Der Weg in eine andere Welt

Ein kleiner Wermutstropfen am Tag 4 unserer Westalpentour

Es dämmert schon, als wir zu unserem Übernachtungsplatz kommen. Diese Nacht verbringen wir auf dem Camping Lou Dahou. Ich habe im Vorfeld schon einiges gelesen und gehört von dem Platz und freue mich darauf. Leider hat sich das Gehörte dann nicht bestätigt. Der Platz ist liebevoll gestaltet, da gibt es nichts zu meckern. Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist die Art wie wir abgefertigt werden.

Ja wir sind eine Gruppe und wir haben uns nicht vorab angemeldet. Wir bekommen keinen Platz mehr auf dem Campingareal, können aber auf dem „Wiesengelände“ übernachten. Was an sich auch völlig in Ordnung ist. Als wir auf den Preis zu sprechen kommen, wird der Umstand das wir bei Einbruch der Dämmerung hierher gefunden haben, umgehend ausgenützt. Es wird pro Fahrzeug gerechnet. Uns kommt der Platz so teuer wie wenn wir auf dem Gelände übernachtet hätten. Diejenigen, die alleine unterwegs sind, bezahlen mehr als auf dem Campinggelände. In meinen Augen eine Unverschämtheit und Mister Roadtrip und ich wären am Liebsten weiter gezogen. Da wir aber in einer Gruppe reisen, ist a) das Wildcampen somit nicht so einfach und b) sind wir eine Gruppe und bleiben aus dem Grund auch zusammen. Ja sehr schade, somit werde ich den Campingplatz Lou Dahu NICHT weiter empfehlen. Die reine ABZOCKE und unfreundlich! Ein andermal werden wir (Mister Roadtrip und ich), dort sicher nicht mehr halt machen.

Tag 5: Von Canosio über den Sampeyre nach Pontechianale

Highlight: Sampeyre

Westalpentour Tag 5: Von Canosio über Sampeyre nach Pontechianale
Westalpentour Tag 5: Von Canosio über Sampeyre nach Pontechianale

Ein weiterer Pass wird überwunden der Sampeyre…

…und auch der dritthöchste Alpenpass, der Col d’Agnel, lassen wir hinter uns.

Grenzstein Col d’Agnel

Tag 6: Von Pontechianale nach Bardonecchia

Highlight: Salbertrand, Monte Jafferau und Bardonecchia Skipiste

Westalpentour Tag 6: Von Pontechianale über den Salbertrand, zum Jafferau und über die Skipiste von Bardonecchia runter
Westalpentour Tag 6: Von Pontechianale über den Salbertrand, zum Jafferau und über die Skipiste von Bardonecchia runter

Wir fahren die Salbertrand Strecke und dann durch das 850 Meter lange, unbeleuchtete Tunnel namens Galleria del Seguret. Im Jahre 2013 kam es zu größeren Ausbrüchen in der Decke des Tunnels, der daraufhin provisorisch abgesperrt wurde. Da diese Sperre einfach beiseite geräumt und ignoriert wurde, hat die zuständige Gemeinde das Portal im Jahre 2014 mit einer halbhohen Mauer blockieren lassen. Somit war die Anfahrt von Salbertrand aus nicht mehr möglich. Erst 2018 wurde nach Sicherungsarbeiten der Tunnel wieder freigegeben. Es ist stockfinster in dem Tunnel und ich bin froh, dass ich nicht an Platzangst leide.

Kehre um Kehre schrauben wir uns auf den Monte Jafferau hoch. Oben angekommen, pfeift uns der Wind um die Ohren. Wir überlegen noch kurz, ob wir hier Rast machen wollen, doch als plötzlich dicke Regentropfen auf die Windschutzscheiben prasseln, sind wir uns alle einig. Nur noch runter vom Jafferau. Es geht über die Skipiste von Bardonecchia hinunter was normalerweise keine Probleme bereiten sollte. ABER: Das Wetter in den Bergen darf man niemals ausser Acht lassen und unterschätzen. Ist es in der einen Minute noch leicht bewölkt, kann es einige Minuten später dann so aussehen.

Schotterpiste wird zum Bachbett
Einfache Wege werden durch das Wasser und die Erdrutsche eine Herausforderung

Die Schotterpiste verwandelt sich in kurzer Zeit zu einem Bach. Wie es um die nächste Biegung aussieht weiss niemand. Von Starkregen über Hagel und Nebel dürfen wir bei dieser Abfahrt alles miterleben.

Zum Glück haben wir uns auf dem Monte Jafferau gegen eine Pause entschieden. Ich wäre mir nicht sicher, ob wir alle heil da runter gekommen wären, wenn es schon vorher zu regenen begonnen hätte und nicht erst als wir auf der Piste waren…

Nachdem wir nun alle wieder beisammen sind, das Adrenalin wieder abnimmt und uns freuen die Strecke ohne Probleme hinter uns gebracht zu haben, gilt es die letzte kleine Etappe in Angriff zu nehmen und weiter zu unserem Übernachtungsplatz zu fahren.

Tag 7: Von Bardonecchia nach Val d’Aosta

Highlight: Pass nach Val d’Isère

Westalpentour Tag 7: Von Oulx nach Val d'Aosta
Westalpentour Tag 7: Von Oulx nach Val d’Aosta

An diesem Tag wird unsere Gruppe kleiner. Ein T4 Syncro und der Nissan Pathfinder verlassen uns. Für die beiden geht es am Morgen auf direktem Wege zurück in die Schweiz. Nun besteht unsere Reisegruppe noch aus 5 Fahrzeugen, aber übernachten werden nur noch 4 Fahrzeuge. Der Tuareg ist am Abend schon so nah an seinem Zuhause, dass auch er uns verlässt.

Col de l’Iseran

Wir verlassen unseren Lagerplatz und es geht Richtung Aosta. Eigentlich wollten wir den Mont Blanc Tunnel umfahren, doch irgendwie hat das nicht so ganz geklappt und wir stehen vor dem Mauthäuschen. Was solls! So geht es dann durch den Tunnel und weiter zum Col de l’Iseran.

Pass-Strasse Col de l'Iseran
Pass-Strasse Col de l’Iseran
Gletscher im Hintergrund Col de l'Iseran
Gletscher im Hintergrund

Über den Pass und durch Val d’Isère hindurch. Ein kurzer Stopp an einem See um die Mägen zu beruhigen und die Sonne noch ein wenig zu geniessen, dann heisst es leider auch schon Abschied nehmen vom Tuareg. Der Rest der Truppe zieht es weiter nach Aosta. Dort finden wir schnell einen Campingplatz und lassen den letzten Abend in der Konstellation, VW T4 Syncro, VW Amarok, Suzuki Jimny und Jeep, bei geselliger Runde ausklingen.

Tag 8: Von Val d’Aosta nach Grengiols

Highlight: Grengiols

Auf dem Weg ins Wallis müssen wir uns dann auch vom letzten VW T4 Syncro verabschieden. Wegen Probleme mit dem Fahrzeug, bleibt er erstmal stehen und überlegt sich wie es weitergehen soll. Da wir nicht helfen können, schickt er uns los und so sind wir nur noch 3. Mehrere Kilometer weiter trennen sich dann auch unsere Wege und wir sind alleine.

Nach Hause oder noch nicht?

Zuhause erwartet uns noch niemand, erst in ein paar Tagen und wir fahren auf gut Glück los und suchen uns einen Übernachtungsplatz. Wir halten die Augen offen und wollen eigentlich frei stehen, doch Mister Roadtrip und ich sehen den kleinen aber feinen Bauerncampingplatz. Schnell wird die Einfahrt gesucht, die Preise gecheckt und schon stehen wir auf der Wiese, gleich neben dem Fluss, der Rhone.

Jeep an der Rhone nach der Westalpentour

Wir machen es uns gemütlich und wollen den letzten Abend gemeinsam ausklingen lassen, als wir plötzlich Besuch bekommen! Der VW T4 Syncro den wir zurückgelassen haben, ist ganz in der Nähe und er beschliesst noch eine Nacht mit uns zu stehen. So ergibt sich ein gemütliches Fondue als krönender Abschluss der Westalpentour 2019.

Danke allen für die spannenden Tage. Wir freuen uns, wenn wir den einen oder anderen wieder einmal in freier Wildbahn antreffen werden. Wo und wann bleibt offen. Albanien, Rumänien oder doch Island? Wer weiss… Hoffentlich das nächste Mal mit unserem Stitch oder vielleicht schon mit …? 😉

Wer ist schon bei der Reiseplanung für 2020 oder sogar 2021? Wohin soll es für euch gehen?

Comments 2

  1. Es ist immer wieder interessant, Deine Sicht der Dinge zu lesen. Und Dein Schreibstil lässt mich Eure Reisen immer fast „live“ miterleben.
    Diesmal natürlich ganz besonders! 😉

    1. Post
      Author

      Danke Roli!

      War eine lustige Truppe und die Landschaft wunderschön. Auch ich konnte mir die Route beim Schreiben nochmals Revue passieren lassen und es war schon eindrücklich was wir alles gesehen haben und gefahren sind. Danke dafür!

      Bin gespannt wo uns die nächste Reise hinführen wird und womit.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.