Wir entschliessen uns, einen Tag früher nach Basel anzureisen, damit wir am nächsten Morgen auch sicherlich früh genug sind und nicht durch irgendwelche Behinderungen noch zu spät kommen. So machen wir uns also am Mittwoch am Nachmittag auf den Weg nach Basel. Wir bekommen einen Tipp, wo wir mit unserem VW Bus über Nacht stehen können und sind begeistert.

Wir geniessen es, unsere Füsse in den Rhein zu tauchen und sehen den Schiffen zu, wie sie mit Containern darauf, den Rhein runter schippern. Ja, bald würde unser Bus auch in so einem Container drin, den Wasserweg nach Montevideo antreten. Kaum vorstellbar und trotzdem wird es so sein.
Wir haben uns am Abend mit einem Büsslifreund verabredet und machen uns langsam auf den Weg zum Treffpunkt. Ich bin ja absolut kein Stadtmensch, doch muss ich zugeben, dass mir Basel gefällt. Im Vergleich zu Zürich, ist es meiner Meinung nach, nicht so hektisch und überfüllt. Wir schlendern über die Wettsteinbrücke und laufen nun zu dritt durch einen Stadtteil, auf der Suche nach einem Restaurant, wo man gemütlich draussen sitzen kann. Durch unseren Insider, haben wir schnell das Gewünschte gefunden und wir verbringen einen gemütlichen Abend im Restaurant Linde in der Rheingasse, der Altstadt in Kleinbasel. Später geht es dann zurück zu unserem Stitch, in dem wir nun die letzte Nacht auf Schweizer Boden verbringen werden.
Mister RoadTrip schläft schon relativ schnell ein neben mir, doch ich bin immer noch hellwach. Zuviele Gedanken schwirren mir im Kopf rum. Es ist ja nicht nur einfach eine Fährenüberfahrt die Stitch da vor sich hat, nein, es ist eine vier Wochen lange Reise über den Atlantik. Dazu haben wir auch auch den grössten Teil unseres Hab und Gutes schon im Bus drin… Solche und andere Gedanken schwirren durch meinen Kopf und einem Gedanken folgt der Nächste. Irgendwann überkommt mich dann doch der Schlaf.
Stitch wird verschifft
Der nächste Morgen beginnt entspannt. Wir sind früh aufgestanden und machen uns auf den Weg zum Containerverlad. Wir sind 10 Minuten zu früh und warten nun auf unsere Ansprechperson, die wir um 9.00 Uhr hier treffen werden. …und warten… und warten… Doch niemand kommt! Nach X Versuchen, diesen Menschen telefonisch zu erreichen, wende ich mich an unseren Agenten. Natürlich nicht, ohne dass wir uns versichert haben, das wir hier auch wirklich an der richtigen Adresse stehen und warten. Unser Agent war entsetzt, dass noch niemand vor Ort war und liess alles in Bewegung setzen, damit wir unseren Stitch endlich einladen können. 10 Minuten später ruft uns die Assistentin unseres Agenten an und teilt mir mit, dass der 20 Zoll Container spurlos verschwunden sei. Ja klar, wie soll ein solch grosses Ungetüm einfach spurlos verschwinden? Sie hätte aber schon mit der Transportfirma gesprochen und es werde ein Ersatzcontainer so schnell wie möglich organisiert.
Unsere Optionen
Nummer 1: Sie würden den Verlad übernehmen und wir können uns auf den Heimweg begeben.
Machen wir nicht! Wir wollen unseren Stitch auf dem Weg natürlich begleiten und ihn sicher verzurrt und den Container verplombt sehen.
Nummer 2: Zu ihnen in die Agentur fahren und einen Kaffee trinken um sofort informiert zu sein wenn es etwas Neues gibt.
Lieb gemeint, doch eigentlich wollen wir in der Nähe bleiben um so schnellstmöglich wieder vor Ort sein zu können.
Nummer 3: Wir dürfen natürlich auf die Kosten der Agentur irgendwo ein leckeres Frühstück zu uns nehmen. Spätestens um 12.00 Uhr sei der Container zur Stelle. Falls er früher da sein sollte, würde sie uns telefonisch kontaktieren.
Das finden wir beide eine gute Idee und entscheiden uns dafür.
Schnell sucht sie uns noch zwei, drei Adressen raus, wo man gut frühstücken kann und wir machen uns auf den Weg.
Das Ziel in Google Maps eingeben und los gehts. Doch die liebe Frau die uns den Weg navigiert, Frau Google Maps, kennt den Weg ebensowenig wie wir. So fahren wir immer und immer wieder im Kreis, ohne an der gewünschte Adresse anzukommen. Uns reicht es, und wir fahren wieder zurück. Auf dem Rückweg kommen wir an einem Einkaufscenter vorbei und entschliessen uns, hier unser Frühstück zu nehmen.
Unser Container
Wir stehen vor dem Eingang und wollen gerade rein, da klingelt mein Telefon. Die Assistentin unseres Agenten. Schnell gehe ich ran. Was ich nun höre bringt meine Gefühlswelt ein wenig durcheinander. Soll ich nun lachen oder wütend sein? Ich entscheide mich fürs Lachen. Unser Container wurde gefunden! Er hat schon seit 7.30 Uhr auf uns gewartet. Einfach nicht dort wo abgemacht war. Irgendein LKW musste am verabredeten Ort Ware aufladen. Da unser Container dort im Weg war, wurde er kurzerhand an einen anderen Ort auf dem Gelände abgestellt und niemand wusste davon. Wir können nun zurück und verladen. Super Idee! Doch erst gönnen wir uns einen Kaffee. Diese fünf Minuten machen keinen Unterschied mehr.
Wir sind zurück beim Treffpunkt und was steht da? Was denkt ihr? Unser Container und die Crew für den Verlad? Nein, nichts und niemand!
Mister RoadTrip macht sich auf die Suche nach irgendeinem Menschen in einer Leuchtweste! Schnell wird er fündig und prompt weist er uns zu unserem Container.

Schnell findet sich die Crew die für den Verlad zuständig ist ein und endlich kann es losgehen. Es ist nun 11.45 Uhr. Mister RoadTrip fährt Stitch in den Container. Ein wenig eng ist es, doch alles geht gut und Stitch wird von der Crew fachmännisch festgezurrt. Die Batterie wird durch Mister RoadTrip abgehängt. Nun noch einen Zettel ausfüllen und erledigt ist das Ganze.
Fast… Der Stempel der auf das gegen Ungeziefer behandelte Holz muss, geht nicht. Ohne Stempel kann der Container nicht verschlossen werden. Sie hätten dem Elektriker Bescheid gegeben, doch wann der kommen wird weiss niemand. Wir können aber nach Hause gehen, sie würden den Container dann verschliessen und abgeben. Mister RoadTrip und ich schauen uns an und wissen, das machen wir nicht! Wir bleiben bis der Container verschlossen und plombiert ist. Punkt, aus und keine Diskussion.
Wir warten und warten… Irgendwann wird es dem Crewchef zu bunt und geht in die Werkstatt. Einige Minuten später kommt er mit einem Bunsenbrenner und einem Stempel zurück und verrichtet seine Arbeit nach alter Schule. So wird von Hand geschwärzt und gebrandet. Nun kann der Container endlich geschlossen werden und wir nach Hause.
Ein komisches, unbeschreibliches Gefühl, wenn man seinen VW Bus im Container weiss und den Heimweg ohne ihn antritt.
Er allein im Container, auf hoher See, im Dunkeln… Hmmm…
Alles Gute Stitch, bis in ein paar Wochen!




Comments 8
Aber mal ehrlich: Wenn beim Reisen alles auf Anhieb laufen würde, hätte man ja nichts zu erzählen, oder? 😉
Ich wünsche Stitch und dann später natürlich auch Euch eine wunderbare Reise und verfolge Euch 3 gespannt im Netz.
Herzliche Grüße von
Kerstin
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Ja das stimmt. Trotzdem hätte ich sowas nicht erwartet in unserer so strukturierten und überpünktlichen Schweiz.
Vielen Dank, das freut uns sehr! Auch euch schöne Reisen und viele spannende Lost Places!
Herzliche Grüsse
Veronica
Spannend! Werde natürlich den Fortgang verfolgen und wünsche Euch, dass Stitch heil in Amerika ankommt!
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Vielen Dank, das freut uns sehr! Ja hoffen wir das Beste für unseren Stitch. Ein wenig mulmig ist mir ja schon dabei…
Ganz liebe Grüsse
Veronica
Hey,
macht euch nicht soviele Sorgen. Bei ca. 130 Millionen Containern pro Jahre gehen nur knapp 10.000 verloren.
Alle Fahrzeuge die wir im laufe der Jahre verschifft haben (meist von Amerika nach Europa) sind angekommen. Meistens ohne einen einzigen Kratzer.
Wann fliegt ihr rüber?
Gruß
Vasco
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Hey Vasco
Sorgen nicht wirklich aber ein merkwürdiges Gefühl ist es doch, wenn man vom Gelände geht, zu Fuss, und dein Fahrzeug steckt in so einer Sardinenbüchse drin…
Wir fliegen am 7.9. ab und ca eine Woche später können wir unseren Dicken abholen.
Liebe Grüsse
Veronica
Hey Vero,
dann geht es jetzt also endlich los. Also, mehr oder weniger. Drücke euch und dem Dicken die Daumen, dass alles glatt geht! Die größte Hürde habt ihr ja jetzt schon mal genommen. 😉
Beste Grüße den Rhein hinauf!
Mario
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Hey Mario
Danke fürs Daumen drücken! Jaaa, bald gehts los! Freu mich schon ganz doll auf unser Abenteuer…
Ihr könnt ja auch bald los, nicht wahr?
Liebe Grüsse an euch
Vero