Entre Rios und Ruta 3

RoadTrip-GirlArgentinien, Welt bebummeln/Reisetagebuch 6 Comments

Wir wagen die Überfahrt nach Argentinien. An sich keine grosse Sache, doch wenn man sich nicht so ganz sicher ausdrückt in der Landessprache und das auch noch am Zoll… Hmmm… Da kommen dann doch schon die einen oder anderen Bedenken.

Am Zoll Fray Bentos von Uruguay nach Argentinien

Wir fahren nun los von Fray Bentos und kommen an die Grenze. Wir halten dem armen Kerl, am ersten Schalter, alle Papiere die wir haben unter die Nase. Er ist sichtlich verwirrt und teilt uns mit, dass sein Kollege weiter vorne dafür zuständig sei. Wir fahren nun vor und der Kollege meint mit einem Blick auf die Dokumente, das sei in Ordnung, wir können weiterfahren. So fahren wir zum nächsten Häuschen und dieser will nur das Geld für die Brückenmaut. Wir haben uns und unseren VW Bus aber noch nicht abgemeldet. Daher kann das so ja nicht ganz richtig sein. Wir erklären dem jungen Mann im Mauthäuschen, dass wir Uruguay ganz verlassen wollen und wo wir das melden müssen. Schon kommt der Kollege der uns durchgewunken hat zu uns und meint, wir sollen ihm folgen.

In den Büros wurden wir ein klein wenig ärgerlich angeschaut. ES WAR SONNTAG! Dazu noch MITTAGS! Wie kann man da arbeiten wollen. Nachdem die Zeitung und der Matebecher unwillig zur Seite geschoben werden, beginnt das Prozedere. Mister RoadTrip ist derweil am anderen Schalter und will von demjenigen hinter dem Schalter eine Kopie oder Bestätigung, dass unser Stitch abgemeldet wird. Gibt es nicht! War seine Antwort. Doch Mister RoadTrip gibt nicht nach und geht ihm solange auf den Senkel, bis er ihn ein Beweisfoto machen lässst, dass unser Stitch nicht mehr in Uruguay angemeldet ist.
Unbedingt darauf achten, dass das Fahrzeug nicht mehr in dem Land registriert ist.

Warum wir so vehement auf solch eine Bestätigung bestehen?

Einer Reisenden ist es so ergangen, dass man ihr sagte, ihr Fahrzeug werde ausgetragen, es sei nun alles in Ordnung, und als sie zum Abschluss ihrer Reise wieder nach Uruguay zurückkehrte, erwartete sie eine böse Überraschung. Das Fahrzeug wurde nicht ausgetragen beim Verlassen des Landes und war somit die ganze Zeit registriert. Da ein Fahrzeug aber nur ein Jahr in Uruguay bleiben darf, musste sie die Tage, die über dem Jahr waren, mit einer Busse bezahlen. Wieviel genau weiss ich nicht, aber es handelte sich eine fünfstellige Zahl. Daher lieber den Zöllner einmal zuviel damit nerven, als dann diese Bescherung!

Schnell wird nun alles abgewickelt und etwa eine halbe Stunde später sind wir offiziell aus Uruguay ab und in Argentinien angemeldet. Die Beamten waren sicher froh, dass sie uns endlich los waren…

Unterschiede Uruguay zu Argentinien

Wir steuern nun zu unserem ersten Übernachtungsplatz. Ein Camping Municipal. Schnell fällt uns auf, dass Argentinien total anders ist als Uruguay. Es wird rücksichtsloser gefahren, die öffentlichen Campingplätze sind bei weitem nicht so gepflegt wie die in Uruguay, und alles ist viel grösser irgendwie. Die Distanzen von einem Übernachtungsplatz zum Andern ziehen sich. Die Menschen die wir treffen sind aber alle sehr hilfsbereit und zuvorkommend.

Auf dem Camping Municipal wie an der Tanstelle, unserem zweiten Übernachtungsplatz.

Korrupte Polizei? Wer weiss…

Dort machen wir auch Bekanntschaft mit der berüchtigten Polizei von Entre Rios. Bekannt von Foren für ihre Korruptheit. Zwei Motorradpolizisten wollen wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Sie bewundern die Sonnenbrille von Mister RoadTrip, (die zum Glück korrigierte Gläser hat, wer weiss ob er diese sonst noch hätte) und wollten wissen wie wir in Argentinien bezahlen. Mit Pesos oder mit Dollar. Schnell erwidere ich den beiden, dass wir nur mit Karte bezahlen. Sie schauen sich an und merken, dass bei uns nichts zu holen ist. Ein Händedruck und weg sind sie. Eine Stunde später erneut zwei Polizisten, diesmal jedoch mit einem Polizeiauto. Sie kommen zu uns, wollen wissen woher wir kommen und wohin wir wollen. Nach kurzem Small Talk steigen sie in ihr Fahrzeug, geben noch die Autonummer von unserem Stitch durch und sind dann weg.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl das bleibt und so beschliessen wir am nächsten Tag, nicht die allgemein bekannte Strecke zu fahren. Nein wir nehmen eine „Landstrasse“.

Das ist sie!

Anfangs nur ein wenig Schotterpiste. Ist für mich kein Problem mehr, da habe ich mich daran gewöhnt! Doch je länger wir auf dieser Strasse sind, desto weniger verdient sie den Namen Strasse. Tiefe Gräben ziehen sich durch die sogenannte Strasse. Ich klammere mich mit schwitzigen Händen an meinem Angstgriff fest und hoffe, dass wir nicht von der Spur abkommen. Wäre das passiert, wären wir aufgebockt worden. Unfreiwillig versteht sich. Hin und wieder driftet Mister RoadTrip mit unserem Stitch, doch die Zwei machen das toll. Ich wäre schon hundert Mal umgedreht, aber ja… Wir haben eine Seilwinde… oder… Wir haben unsere Sandbleche… Solche Antworten gibt es eigentlich jedesmal, wenn ich Mister RoadTrip vorsichtig darauf aufmerksam mache, dass es vielleicht besser wäre zurückzufahren. Alles gut!… oder… Das ist doch egal! Höre ich auch oft. Doch manchmal, wenn es wirklich nicht mehr weitergeht, dann hat auch er die Gnade nicht weiterzufahren. Doch das ist seeehr selten…

Camping Streichelzoo

Irgendwann später, viel, viel später, erreichen wir eine Asphaltstrasse und setzen unseren Weg fort. Müde vom festhalten und schwitzen erhebe ich nun Anspruch auf eine warme Dusche. Kurz besprochen und dann geht es zum Camping Gran Lago. Gleich neben der Routa 3 an einem See liegt der kleine Platz. Schnell einrichten und dann ab unter die Dusche. Jedoch nicht, ohne zuvor den Schweinchen, Hunden, Schafen und Hühnern je eine Streicheleinheit zukommen zu lassen.

Mister RoadTrip inspiziert zwischendurch die Duschen. Sauber sind sie nicht, doch es kommt Wasser und Mister RoadTrip versichert mir, dass warmes Wasser kommt. Nicht sehr heiss aber warm. Das reicht mir schon und ich freue mich, endlich wieder einmal warm duschen zu können. Schnell aus den Kleidern raus, Wasser an! Eiskaltes Wasser prasselt auf mich nieder! Brrrr… Wenn man nicht damit rechnet ist es noch viel schlimmer als wenn man es weiss. Tja da hilft alles nichts, da muss ich nun durch! Warmes Wasser kam nur einen Augenblick lang. Nämlich das von der Sonne erwärmte Restwasser, das sich noch in der Leitung befand. Sauber und wieder alle Sinne hellwach kehre ich zu Mister RoadTrip zurück. Von wegen warmes Wasser…

Doch wenigstens sauber. Das dachten auch die Moskitos! Kaum ist die Sonne untergegangen, umzingeln uns innert Sekunden hunderte dieser Blutsauger. Da hilft nur noch die Flucht in den Bus und alles verriegeln. Soetwas haben wir noch nie erlebt. Doch es geschieht noch viel mehr, was wir noch nie erlebt haben. Doch das steht im nächsten Beitrag…

Link zum Film

Comments 6

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  1. Witz das betr. der Ausreise. Wir haben das auch am Anfang erlebt. Da sind wir von Argentinien nach Brasilien nicht richtig ausgereist und hatten Probleme, als wir in Buenos Aires wieder einreisen wollten. Also ja: Penetrant muss man sein – auch an einem Sonntag ;o) Ist so schön zu lesen – auch das betr. den Schotterpisten. Ich fühle absolut mit dir – und Remo ist ja genau gleich wie Mister RoadTrip ;o)))) Einfach immer gut festhalten!

    Übrigens: Heute war ein Artikel im 20min. zum Thema Camper in Uruguay. Die Behörden haben diverse Camper in Nueva Helvetica konfisziert, weil sie zu lange im Land sind: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Camper-von-Schweizer-Touristen-konfisziert-22936577

    Gute Reise und bis bald.
    Conny

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      Hallo Conny
      Oh das freut mich, dass du mit mir fühlst. So weiss ich, dass sich wenigsten jemand in meine Lage versetzen kann.

      Ich habe den Bericht nicht gelesen, doch das ist alles ein wenig verzwickt. Es ist nicht so, dass die Fahrzeuge zu lange im Land sind. Hat andere Hintergründe. Doch das zu erklären würde den Kommentar sprengen.

      Ganz liebe Grüsse an dich und Remo auch von Martin

  2. Buenos dias!

    ch hätte eine Frage bezüglich Fahrzeug-Abmeldung an der Grenze zu Uruguay und Argentinien: Das Carnet wird hierfür nicht verwendet oder? Habt ihr bei der Einreise (Verschiffung) am Hafen von Uruguay auch keinen Stempel bekommen oder? Wird das Carnet überhaupt angeschaut? Ich glaube Pflicht ist`s in Südamerika nur in den Ländern Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Trinidad und Tobago richtig? PS: großes Lob für eure Beiträge!

    LG Bennet

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      Hola Bennet

      Für Südamerika brauchst du kein Carnet. Folglich haben wir auch keines ausstellen lassen. Du bekommst in Uruguay eine temporäre Autoeinfuhr. Diese wird an der Grenze Argentinien Uruguay entwertet und dort bekommst du eine neue temporäre Autoeinfuhr für Argentinien. So geht das bei jedem Grenzübertritt.

      Danke dir für dein Feedback!
      Liebe Grüsse aus Chile

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