Faszination Brasilien

RoadTrip-GirlArgentinien, Brasilien, Welt bebummeln/Reisetagebuch Leave a Comment

Nachdem wir nun einige Tiere gesehen haben auf unserer Rute durch das Pantanal, machen wir uns auf den Weg nach Jardim. Unterwegs nehmen wir noch Bonito mit. Ein Dorf das als Ausgangspunkt gilt, für verschiedene faszinierende Ausflüge. Man kann im glasklaren Fluss schnorcheln und mit riesigen Fischen schwimmen. Unterwasserhöhlen endecken und Wasserfälle bestaunen. Riverrafting, Aras beobachten, Höhlentauchen und vieles mehr wird einem in Bonito angeboten. Wir entscheiden uns für… Keins der Angebote! Nein, wir haben erfahren, dass wir auf einem bestimmten Campingplatz die Möglichkeit haben, in einem glasklaren Fluss zu schwimmen, mit Riesenfischen und dort auch viele Tiere beobachten können. Das alles ist im Übernachtungspreis inbegriffen. So überlegen wir nicht lange und machen uns auf den Weg zum Camping Seu Assis.

Als Stellplatz bekommen wir einen Platz auf der Wiese. Doch das ist nicht alles. Dazu gehört auch eine Art Unterstand mit fliessendem Wasser, einer Grillstelle, Tisch und Stühle und Strom. Wir finden das toll! So kann man auch draussen sitzen wenn es regnet und natürlich nutzen wir die Gelegenheit um unsere Hängematte aufzuhängen. Während Mister RoadTrip die bolivianische Hängematte testet, kümmere ich mich um die Wäsche. Wir sind uns bis heute noch nicht ganz einig, wer den strengeren Job hatte. Hängematte testen muss angeblich sehr anstrengend sein…

Nach einem so anstrengenden Tag, nutzen wir die Möglichkeit im Fluss baden zu können und freuen uns schon, mit den Fischen um die Wette zu schwimmen.


Kriebelmücken, Riesenfische und schwimmende Spinnen

Was wir leider zu dem Zeitpunkt nicht wussten, es gibt so kleine, blutsaugende Insekten! Kriebelmücken! Hier ein Wikipedia Zitat, was so ein kleines Tierchen alles anstellen kann.

Schadwirkung bei Mensch und Nutztieren
Bei einigen Arten wird auch der Mensch als Wirt angenommen. Der Stich ist häufig schmerzhaft und hat eine lokale Blutverdünnung sowie Blutergüsse zur Folge, da mit dem Speichel der Mücke Blutgerinnungshemmer in die Wunde gelangen. Außerdem wird beim Stich Histamin in die Wunde gegeben, was nicht selten zu pseudoallergischen Reaktionen führt.Bei Massenbefall können Kriebelmücken so den Tod von Weidetieren herbeiführen. Neben Herz-Kreislauf-Versagen und massiven Hautirritationen kommen die Tiere besonders infolge der durch die Parasiten verursachten Panik und damit verbundenen unkontrollierten Flucht zu Schaden.

Kriebelmücken als Krankheitsüberträger

Einige Kriebelmücken können durch die toxischen Stoffe, die in die Wunde injiziert werden, eitrige Entzündungen hervorrufen, die in Einzelfällen auch eine Lymphangitis zur Folge haben können, die unbehandelt wiederum zur Blutvergiftung führen kann. Symptome, die nach einem Kriebelmückenstich eintreten können, sind u. a. Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Abgeschlagenheit, starke Schwellung der betroffenen Körperteile, in seltenen Fällen Fieber. Im Falle solcher Symptome sollte der Arzt zu Rate gezogen werden.[2In Afrika und Amerika sind Vertreter der Kriebelmücken außerdem Überträger des Fadenwurmes Onchocerca volvulus auf den Menschen. Dieser Wurm ist der Erreger der Onchozerkose (Flussblindheit), die bei etwa zehn Prozent der Erkrankten zur Erblindung führt. Bei den Krankheitsüberträgern handelt es sich ausschließlich um einige Vertreter der Gattung Simulium, etwa S. damnosum und S. neavei in Afrika und S. callidum und S. metallicum in Mittelamerika, ferner S. ochraceum in Mittel- und Südamerika.
Siehe auch: Parasiten des MenschenWikipedia

Kaum am Fluss angekommen, werden wir von zig hunderten dieser Tiere angegriffen. Erst merken wir nur, dass so kleine Fliegen um uns herumschwirren. Wir versuchen sie zu verscheuchen, indem wir mit der Hand umherwedeln und schnell ins Wasser tauchen. Doch das Wasser ist kalt! So richtig kalt… und riesige Fische umkreisen uns im Wasser. Mir wird das ein wenig zuviel, da die Fische versuchen mich zu stupsen und sie nicht gerade zimperlich sind. Ich versuche nun irgendwie aus dem Wasser rauszukommen ohne umgeschubst zu werden und nicht von den Kriebelmücken gestochen zu werden. Dabei übersehe ich fast eine schwimmende, grosse Spinne. Ich kann ihr gerade noch so ausweichen, werde aber nun von den fliegenden Ungeheuern angegriffen. Schnell wickle ich mich in mein Handtuch und versuche zu fliehen.

Mister RoadTrip nimmt das alles viel gelassener. Während ich mich tapfer gegen die Angriffe zu Wasser und Luft verteidige, lässt er sich von einem Trapez an einem Seil, über das Wasser gleiten.

Mir reichts! Ich gebe auf und gehe zu unserem VW Bus zurück. Meine Wunden pflegen…

Man darf die Stiche der Kriebelmücke nicht aufkratzen wurde uns gesagt. Wenn man sich kratzt, geht es viel länger bis sie nicht mehr jucken. Versucht mal euch nicht zu kratzen wenn es euch am ganzen Körper juckt! Schlimm wurde es in der Nacht! Die Vernunft schläft auch und ich reagiere nur gefühlsmässig auf die Kratzimpulse. Ich erwache erst, als ich mich schon aufgekratzt habe. So bleiben mir die Erinnerungen an diese Biester noch mindestens drei Wochen sichtbar erhalten.

Von nun an geht es nur noch mit langen Hosen und langem Shirt ans Wasser. Mückenspray wird mein neuer ständiger Begleiter und so komme ich einigermassen gegen die Blutsauger an.

Ihr fragt euch jetzt sicher, warum wir denn noch länger geblieben sind?

Nun deswegen!

Ich lasse jetzt einfach einmal Bilder sprechen…

Affe hängt an einem Ast
Affe sitzt im Baum
Wasserschwein auf einer Wiese
Bild von Vierlivier Productions
Zwei Vögel am Fluss
Bild von Vierlivier Productions
Grosser Ameisenbär am Futter suchen
Bild von Vierlivier Productions
Ara im Baum
Bild von Vierlivier Productions
Ara auf einem Ast
Bild von Vierlivier Productions
Ara Gruppe auf Baum
Bild von Vierlivier Productions
Bild von Vierlivier Productions
Bild von Vierlivier Productions

Dafür und unser Treffen mit Reisefreunden aus der Schweiz, waren Grund genug, uns gegen die Kriebelmücken durchzusetzen. Fast eine Woche lang, verbringen wir eine tolle Zeit auf dem Camping mit Tiere beobachten, zusammen den Grill anschmeissen und Geschichten erzählen…

Leider trennen sich unsere Wege. Während das andere Paar nach Norden fährt, fahren wir nach Süden. Zu den eindrücklichen Wasserfällen an der Grenze von Brasilien und Argentinien, den Iguazú.

Cataratas do Iguaçu

Wir wissen, dass man von Brasilien und Argentinien die Wasserfälle bestaunen kann. Da wir so ein Naturwunder nicht mehrmals im Leben erleben werden, entscheiden wir uns beide Seiten zu besuchen. Erst kommt die brasilianische Seite zum Zug. Doch schaut selbst.


Zig Liter Wasser das da hinunterprescht. Gischt und Nebel steigt auf und immer wieder zeigt sich ein Regenbogen. Es ist laut, doch wunderschön und unbeschreiblich!

Nicht nur die Wasserfälle sind ein Besuch wert. Auch die frechen, süssen Nasenbären sind für uns ein Highlight.


Hier hat Mister RoadTrip noch eine ganz spezielle Tierart entdeckt. Ein seltenes Exemplar, das ursprünglich aus Deutschland kommt. Da es hier in Brasilien so selten ist, nimmt er sich viel Zeit um auch ja den richtigen Augenblick nicht zu verpassen, um das perfekte Foto zu schiessen. Ich lasse ihm die Freude und fange diesen Moment mit meiner Kamera ein.

Da wir nach einem halben Tag schon alles gesehen haben auf der brasilianischen Seite, gehen wir noch in den Vogelpark. Ich bin absolut kein Freund von Zoos, doch da ich von verschiedenen Seiten gehört habe, dass es sich lohnen würde und die Anlage super gemacht sei, machen wir eine Ausnahme und gehen in den Parque das Aves.

Parque das Aves

Der Park ist wirklich sehr schön angelegt. Die Vögel können fliegen und haben einen relativ grossen Freiraum. Doch trotz allem habe ich ein wenig Mühe damit. Wenn man die meisten dieser schönen Tiere zuvor in freier Wildbahn gesehen hat und nun in einem Gehege, können die Vögel einem schon leid tun. Das positive am Park ist, das er eine Art Auffangstation ist. Hier werden sehr viele Vögel, die gefangen wurden von Wilderern um sie ilegal zu verkaufen und so von den Behörden beschlagnahmt wurden, wieder aufgepäppelt. Leider wäre ein Leben in freier Wildbahn meist nicht mehr möglich und somit haben sie einen Lebensplatz, wo sie möglichst artgerecht gehalten werden.

…oder Cataratas del Iguazú

Auf der argentinischen Seite sind wir überrascht, wieviele Wege es gibt. Ist man in Brasilien innerhalb eines halben Tages durch, muss man in Argentinien einen ganzen Tag einberechnen. Ein Weg führt nach unten zu den Wasserfällen, einer entlang der einzelnen Wasserfälle und noch ein anderer führt an den Teufelsschlund. Das ist eine U-förmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht. Den sieht man besser von Brasilien, da man in Argentinien wirklich genau darüber steht.

So gesehen, ist der Panoramablick von Brasilien schöner. Jedoch sieht man die Wasserfälle auf dem folgenden Foto nur in Argentinien. Wir sind froh, dass wir beide Seiten besucht haben und das Schauspiel richtig geniessen konnten.

Auch in Argentinien wissen die kleinen Wuseltiere wo es einfach verdientes Essen gibt. Dieser hier, versteckte sich auf dem Baum und beobachtete eine Familie beim Essen. Als die Familie fertig war, lagen überall noch Essensreste rum. Könnt ihr euch vorstellen, wie schnell der kleine Kerl vom Baum heruntergeklettert kam?

Auch wenn man die Tiere natürlich nicht füttern darf, wissen sich die kleinen Nasenbären zu helfen. Alles was nicht irgendwie abgeschlossen ist, wird fachmännisch aufgebrochen. Ein Mülleimer mit Deckel? Kein Problem! Ein unbeaufsichtigter Rucksack? Nichts leichteres als das. So muss man sich doch ein wenig in Acht nehmen vor den Tierchen. Nicht, dass sie agressiv wären, doch wenn sie Futter in die Pfoten bekommen und dieses ihnen weggenommen wird, werden sie schon mal sauer. Wer wäre da nicht auch so? Ein leckeres Sandwich vor der Nase und dann kommt jemand und nimmt es dir einfach weg!

Unser Fazit Brasilien und die Iguazú?

Wir haben nur einen winzig kleinen Teil des Landes gesehen. Das was wir aber gesehen haben, war spektakulär. Eine Besonderheit nach der anderen. Von den verschiedenen Tieren, der Landschaft über die fröhlichen Menschen… Wir sind froh, haben wir uns dafür entschieden, dass uns unsere Reise von Bolivien nach Brasilien führen soll.

Falls ihr einmal in der Gegend seid, geht in das Pantanal und schaut euch die Iguacú in Brasilien und Argentinien an. Es lohnt sich!


Beschriftete Bilder wurden mir von Mister RoadTrip zur Verfügung gestellt.

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