Termas de Dayman-Cantera el Terrible

RoadTrip-GirlUruguay, Welt bebummeln/Reisetagebuch 2 Comments

Es geht weiter… Da wir auf der Route fahren, wo es verschiedene Thermen gibt, ist es fast schon offensichtlich, dass wir zur nächsten Therme fahren. Erstmal mit dem Gedanken, wieder WiFi zu haben und so unsere Apps und alles was wir für nötig empfinden, zu aktualisieren.

Termas de Dayman

Die Therme liegt einige Kilometer südlich von Salto. Es ist eine riesengrosse Anlage mit fünf verschiedenen Pools. Geplant ist, dass wir vor Ort auf den einzigen, in der Nähe liegenden Campingplatz fahren wollen. Als wir aber vor dem Tor stehen und uns einen Überblick verschaffen, entscheiden wir uns dagegen. Wir finden den Preis überteuert. Der Platz an sich ist in Ordnung, doch alles was wir brauchen, bekommen wir auch auf dem Parkplatz vor der Therme. Duschen können wir in der Anlage, WiFi hat es auf dem Parkplatz und mehr brauchen wir nicht. Insgesamt zwei Nächte verbringen wir auf dem Platz.

Lustig mit anzusehen ist, dass wenn ein Bus vor der Therme hält, die Türen sich öffnen und die Insassen aussteigen, alle Passagiere meist über siebzig und alle nur mit Bademantel bekleidet sind. Als wir an der Kasse stehen, wissen wir nun auch, weshalb es mehr oder weniger nur ältere Menschen hier her kommen. Der Eintritt ab siebzig ist frei und das Wasser der Therme verspricht eine heilende Wirkung sowie eine Verjüngungskur. Verschiedene Pools mit jeweils verschiedenem warmen Wasser stehen zur Verfügung. Wir haben uns unwissentlich den Wärmsten mit 39 Grad ausgesucht, da es dort fast leer war. Ich liebe es wirklich im warmen Wasser zu planschen, doch nach 10 Minuten fing ich an im Wasser zu schwitzen, was mir bisher noch nie passiert ist. Doch es entspannt ungemein und wir geniessen es. Nach dem Planschen nutzen wir noch das schnellere WiFi in der Anlage und relaxen.

Nach der ganzen Verjüngungskur, kommt der kleine Hunger und Stitch erwartet uns geduldig. Wir sehen von Weitem, dass ein rotes Gefährt neben uns geparkt hat. Beim näher kommen, fallen uns die Sandbleche auf der Seite des Fahrzeugs auf und wir sind uns sicher, dass müssen Reisende sein. Wie sind freudig überrascht, als wir erkennen, dass das Gefährt eine Aargauer Nummer hat. Es sind Sabine und Andy von Off the Maps aus der Schweiz! Bevor wir unsere Reise gestartet haben, hatte ich Kontakt aufgenommen mit den beiden, doch sie waren zu der Zeit gerade in Südostasien. Nie hätte ich damit gerechnet, die Zwei hier anzutreffen. (Es stellt sich heraus, die Drei!) Ein kleiner Schwatz liegt drin. Leider nicht mehr, da sie terminlich gebunden waren. Schön euch persönlich kennengelernt zu haben!

Geheimtipp eines Einheimischen

Am Abend zuvor, lernten wir auf dem Parkplatz einen Einheimischen kennen, der uns verschiedene Tipps gab, wo wir unbedingt hin sollen. Zu den Mönchen, die auf Ufos warten oder eine Gedenkstätte des Padre Pio, (ein Heiliger) und einige andere Orte, die zu empfehlen seien. Sehr ans Herz legt er uns aber diesen Platz:

Cantera el Terrible

30 Minuten von Salto entfernt liegt der Ort. Es ist ein See im See. Ganz genau wissen wir nicht wie er entstand, doch was wir erkennen können, wie der Name schon sagt, war es früher einmal ein Steinbruch. Darin befinden sich drei Fahrzeuge aus den 50er und 70er Jahren, die gekennzeichnet sind mit Bojen. Eine Tauchschule befindet sich hinter einigen Hügeln versteckt. Da noch nicht Saison ist, hier in Uruguay, stehen wir ganz alleine am See. Manchmal kommt eine Herde Pferde vorbei um zu trinken oder eine Schweinefamilie um nachzusehen, ob es irgendwo noch Leckerbissen hat. Bis wir den Platz, an dem wir vier Nächte bleiben gefunden haben, sind meine Nerven ein klein wenig strapaziert worden.

Wo ein Wille ist, ist auch kein Weg

Am See angekommen, gibt es eine Abzweigung. Die breitere Schotterpiste und ein kleiner Trampelpfad. Könnt ihr euch denken, welcher Weg wir erstmal genommen haben? Genau den Trampelpfad. Mister RoadTrip hat sein berühmt berüchtigtes Grinsen auf dem Gesicht und tuckert los. Ich versuche ihn davon abzubringen, doch nööö… Ist doch schön hier! Das wir breiter sind als der Weg und auch höher als einige hochgewachsene Sträucher übersieht er gekonnt. Wir fahren den Pfad entlang und es kratz und quietscht um unseren Stitch rum. Jedes Geräusch schmerzt mir im Herzen. Armer Stitch! Doch Mister RoadTrip ignoriert das fleissig, bis es mir wirklich zu bunt wird. Wir bleiben knapp vor einem Baum stehen und er meint ob ich genau hier stehenbleiben will. Ich schaue aus dem Fenster und sehe, dass es kein Weiterkommen gibt. Der Baum ist klein aber kräftig und Stitch hätte Schaden genommen bei einer Weiterfahrt. Dabei wäre er nicht nur mit Kratzern davonkommen. Endlich hört Mister RoadTrip auf mich, fährt den Weg im Retourgang zurück bis er wenden kann und wir nehmen die breitere Schotterpiste in Angriff. So gelangen wir an die nächste Verzweigung. Hier gehe ich erstmal zu Fuss den Weg erkunden. Nicht, dass ich wieder so ein Szenario erleben muss. Nach gegenseitiger Absprache fahren wir nun zu unserem Platz.

Ich würde sagen, es hat sich gelohnt!

Unsere Suche nach dem Platz gibt es auch in bewegten Bildern mit original Ton auf vierlivier productions zu sehen. Viel Spass dabei!

Comments 2

  1. So toll eure Berichte und Fotos! Warte immer gespannt auf den nächsten Bericht… Lasst es euch weiterhin gut gehen und passt auf euch auf.

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