Das Bild das sich uns in Montevideo zeigt, zieht sich durch ganz Uruguay. Menschen mit einer Thermosflasche unter dem Arm und einem runden Becher, mit einer Art metallenem Strohhalm darin, in der Hand.
So wie Mister RoadTrip auf dem Foto:
Was ist eigentlich Mate
Wir haben davon schon in der Schweiz gehört, doch so richtig vorstellen konnten wir uns das nicht. Im Hostel wo wir die erste Zeit verbracht haben, lernen wir Ivan kennen. Mit einem Matebecher und der Thermosflasche bewaffnet, überfallen wir den lieben Kerl und wollen nun wissen, was es mit dem ganzen Mate so auf sich hat. Er freut sich, dass er es uns erklären darf und übernimmt gleich den Part des Cebador. (Ich hoffe ich habe das Wort richtig verstanden und geschrieben!)
Wenn in einer Gruppe Mate getrunken wird, gibt es einen in der Runde, der das Ganze unter sich hat. Er ist zuständig für den Aufguss und dass jeder der Reihe nach zum Zuge kommt. Mate ist ein Wort auf Quechua und eigentlich heisst nur der Becher so. Nach und nach wurde dann aber auch das Getränk so genannt.
Wie bereitet man Mate zu
Der Matebecher besteht aus Leder oder Kürbis. Dieser wird zu Dreiviertel mit Yerba, Kräutern, gefüllt. Es wird eine Vertiefung gemacht. Nun giesst man ein wenig warmes Wasser in die Vertiefung und lässt das Ganze etwa fünf Minuten ziehen. Wenn die Kräuter genügend gequollen sind, wird der metallene Strohhalmlöffel eingesetzt. Der Strohhalmlöffel bleibt von Anfang an immer am gleichen Platz und darf nicht bewegt werden. Das Löffelteil ist dazu da, damit die Kräuter im Becher bleiben und man nicht alles in den Mund bekommt. Jetzt schenkt der Cebador nun den ersten Schluck ein und probiert ihn. Wenn er getrunken hat, schenkt er wieder ein und gibt ihn weiter an den anderen. Dieser trinkt daraus und gibt ihn wieder zurück an den Matetador. Er schenkt wieder ein und reicht den Mate an den Nächsten in der Gruppe. Mag man kein Mate mehr, muss man Gracias sagen und darf aus der Gruppe austreten.
Wichtig ist, wenn man in einer Gruppe ist und der Cebador den ersten Schluck nicht selber trinkt, sondern ihn gleich einer bestimmten Person weiterreicht, heisst das, dass diese bestimmte Person nicht in der Gruppe erwünscht ist und so die Gruppe von sich aus verlassen sollte.
Den Mate kann man solange trinken bis er nicht mehr schmeckt. In der Regel wird jedoch nach einem Liter Wasser gewechselt. Spätesten jedoch, wenn die Kräuter oben nicht mehr trocken sind. Der Matebecher wird eigentlich auch nie ausgespült mit Spülmittel. Vielleicht schnell mit Wasser, jedoch meist nur ausgeschüttelt und wieder aufgefüllt.
Unter den Kräutern gibt es eine Vielzahl verschiedener Mischungsarten. Fein, grob, mild, stark… Die besten Kräuter für Mate seien die Argentinischen wurde uns gesagt. Alle Kräuter kommen vom Ilex paraguayensis. Den gibt es in Paraguay, Argentinien und Brasilien.
Es gibt auch die Variante, bei der man den Matebecher ersetzt durch eine Orangenhälfte oder Grapefruitehälfte. Was man aber nicht darf ist, Zuckerwasser für die Zubereitung zu verwenden. Das ist gänzlich verpönt!
Zuviel Mate kann Kopfweh hervorrufen wurde uns gesagt. Ich kann mir das fast nicht vorstellen, da hier wirklich alle den ganzen Tag damit rumlaufen. Das positive sei, man fühle sich fit, der Geist sei wacher und er sei gut für die Verdauung.
Wie er geschmacklich ist, ist schwierig zu beschreiben. Eine Art wie Grüntee finde ich. Sehr gewönungsbedürftig zu Anfang. Entweder man mag ihn oder nicht…
So jetzt ist das Rätsel um die Thermoskanne und dem speziellen Becher mit dem Strohhalmlöffel auch gelüftet.


