Kein Reisebericht, keine Tipps, einmal nur meine eigene persönliche Meinung. Für mich gibt es kein Pro wenn es um die Minen in Südamerika geht. Wir haben aber Menschen getroffen, die uns ihre Sicht geschildert haben und ich verstehe nun auch, dass man dafür sein kann.
Warum ich gegen die Minen bin:
•Die Natur wird gnadenlos ausgebeutet
- Es werden entweder riesige Löcher ausgehoben oder x Höhlen in Berge gegraben. Auch wird mit Substanzen gearbeitet die den Boden vergiften. Von Nachhaltigkeit ist keine Rede, auch wenn das von den westlichen Firmen immer behauptet wird. Vor Ort sieht das nicht so aus.
•Unermesslicher Wasserverbrauch
- Je nach Abbau braucht es viel Wasser, sehr viel Wasser! Da ist es an der Tagesordnung, dass Flüsse einfach umgeleitet werden um sich so das Wasser zu beschaffen. Dörfer, die an dem ursprünglichen Flusslauf angesiedelt waren, sind nun verlassen da die Menschen kein Wasser zum Leben mehr haben. Von einem Tag auf den anderen ist das Heim, die Mühen, der Anbau unter schwierigen Bedingungen, ohne Bedeutung mehr. All das haben wir mit eigenen Augen gesehen.
•Menschen arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen
- Besonders schlimm ist es in Bolivien. Da arbeiten die Stollenarbeiter in ungesicherten Höhlen. Dem Staub und der Hitze ausgesetzt, Tag für Tag im dunklen Untertagebau. Meist nur mit einer Lampe, Hammer und Hacke werden die Edelmetalle oder Edelsteine abgebaut. Das einzige was sie sich gönnen sind Cocablätter. Mit Kalk oder Soda gekaut. Täglich atmen sie unmengen von Staub ein. Man kann ihr Alter nicht einschätzen. Sind sie 30 oder 60 Jahre alt?
- In Chile wird fortschrittlicher gearbeitet. Mit grossen Maschinen und einmal im Jahr müssen alle zu einem Gesundheitscheck. Wenn sie den bestehen, dürfen die Arbeiter ein weiteres Jahr arbeiten. Wenn nicht, dann sind sie arbeitslos. Ob sie eine Abfindung erhalten weiss ich nicht, doch was nützt Geld wenn man Krank ist?
- Ein älterer Mann in Argentinien erzählte uns, dass er gut verdiente als Minenarbeiter, doch am Feierabend habe er sich immer vollaufen lassen, um nicht darüber nachdenken zu müssen, was er den ganzen Tag gearbeitet hat und unter welchen Bedingungen. Dadurch hat er seine Familie verloren. Nachdem es ihm gesundheitlich nicht mehr möglich war in der Mine zu arbeiten, wurde er entlassen. Das meiste Geld brauchte er, um sich die Genesung zu finanzieren, nachdem ihm Teile der Lunge entfernt wurden. Mit dem restlichen Geld kaufte er sich eine Lamaherde und so verbringt er nun als einsamer Lamahirte seinen Lebensabend. Eins mit der Natur… im Kampf gegen den Puma, dem ihm seine Lamaherde dezimiert, wenn er wieder einmal ins Krankenhaus muss wegen seiner Lunge.
•Es gibt aber auch eine andere Seite
- Arbeitsplätze die gut bezahlt sind und Aufstiegsmöglichkeiten in den „fortschrittlicheren“ Minen wie in Chile.
- Hinter fast jedem Mitarbeiter steht eine Familie die es zu ernähren gilt.
- Manch ein Minenarbeiter in Bolivien versteht es nicht, wenn sein Sohn etwas anderes arbeiten will. Es ist eine ehrenvolle Aufgabe in seinen Augen.
•Was wäre wenn alle Minen geschlossen würden?
- Grosse Arbeitslosigkeit im Norden von Chile und Argentinien. Wie auch in Bolivien. Menschen die jetzt schon nicht viel haben, werden gar nichts mehr haben.
- Somit ist das Minen Business eine sehr schwierige Geschichte. Ich verstehe die Arbeiter die dort arbeiten aber es macht mich auch traurig, dass alles nur zum Profit der Menschen beiträgt, die sich die Hände nicht schmutzig machen müssen dabei.
Das alles sehen und erleben wir auch auf unserer Reise. Wir werden mit Problemen konfrontiert, die uns alle angehen. Da man normalerweis nur in den Medien davon liest, beschäftigt man sich vielleicht am Rande damit, doch es gerät auch leicht wieder in Vergessenheit. Wenn man das alles aber vor Ort miterlebt, wandelt sich das Denken und man hinterfragt vieles mehr und nimmt es nicht nur wahr. Auch die Umweltverschmutzung durch Abfall, insbesondere Plastik, wird einem bewusster. In der schönen Schweiz haben wir auch unsere Abfallsünder. Doch was wir hier sehen, ist einfach nur schlimm… So hat uns unsere Reise auch sensibilisiert und wir achten viel mehr darauf, auf Plastik zu verzichten. Den Einheimischen ein Vorbild zu sein und mit Stofftaschen einzukaufen. Müllsammelaktionen am Strand oder auf dem Land zu starten und die Leute zu motivieren mitzumachen.




Comments 2
Dieser Blogeintrag stimmt mich nachdenklich. Jedoch bin ich mir bewusst über diese Umstände. Geld regiert die Welt. Das ist eine sehr gemeine und unfaire Tatsache. Wen wundern die vielen Kriege eigentlich wirklich? Vielleicht haben ja einige davon auch Sinn? Menschen wie ihr sie kennenlernt, werden mit bewusstseinsverändernden Substanzen und dergleichen gleichgültig, gefügig und abhängig gemacht.Noch schlimmer…
Die Spezie Mensch braucht einfach Wasser und unverseuchte Lebensmittel. Es herrscht eine Hirarchie einer gnadenlosen Mehrklassengesellschaft um diese Notwendigkeiten. Je tiefer klassiert, desto mehr ist der Mensch somit den Gesundheitsgefahren ausgesetzt und verzicht sogar gezwungenerweise auf Grundlebensmittel. Facts trotz allem, wenn es so weitergeht wird so oder so jede Klasse der Gesellschaft nur verlieren können. Es nützt längst nichts mehr, auf Rohstoffe zu verzichten, zu abhängig sind alle von unserem Konsumverhalten und das früher oder spätere Ende unserer Spezie ist eh schon vorprogrammiert…
Author
Danke das du deine Gedanken dazu mit uns teilst.
Ich finde es schlimm was alles um uns rum geschieht. Manchmal muss man auch einiges wieder vergessen. Wenn man sich intensiver damit befasst, kommen viele Sachen zum Vorschein, die man nicht erwartet hätte. Da kann es sein, dass man aus dem Grübeln nicht mehr rauskommst.
Das darf aber auch nicht sein. Der eigenen Gesundheit zuliebe. Doch sich bewusster werden, wie man an seinem Verhalten etwas ändern kann und seien es auch nur Kleinigkeiten. So kann man auch schon etwas bewirken, hoffe ich mal.
Aufhalten wird man das Aussterben unserer Spezies wahrscheinlich nicht mehr können. Vielleicht herauszögern…