Wir fahren nun eine Rute, die uns wieder durch kleine Bergdörfchen führt.
Mitten in einer Ansiedlung werden wir angehalten. Mister RoadTrip und ich sehen uns an und denken dasselbe. Schon wieder eine Strassensperre?
Doch nichts dergleichen… Grössere Steine die auf dem Weg liegen, werden extra für uns weggeräumt. Wir wären ohne Probleme über diese rübergefahren, doch das wollten die Bewohner nicht. So ein tolles Fahrzeug wie wir haben, hätten sie noch nie gesehen und sie wollen nicht, dass vielleicht gerade hier etwas kaputt geht und die „schlechte Strasse“ schuld ist.
Wir geben den Kindern einige von unseren Aufklebern und alle, von den krabbelnden Kleinsten bis zu den zahnlosen Ältesten, jubeln uns zu, winken und singen. Wir sind leicht irritiert, doch es freut uns natürlich auch, dass sie sich so über uns freuen.
Che Guevara und La Higuera
Nach einer erholsamen Nacht neben der Strasse (nur ein Fahrzeug fuhr vorbei), kommen wir langsam aber sicher nach La Higuera. (Wikipedia Link zu La Higuerahttps://de.m.wikipedia.org/wiki/La_Higuera) Das Versteck von Che Guevara, bevor er aufgespürt, gefangen genommen und hingerichtet wurde.
Das Dorf liegt wirklich mitten im Nirgendwo. Auch heute noch, trotz den Tourenanbietern die „La Higuera Touren“ anbieten, verirren sich nur wenige Menschen hierher.
Wir tuckern gemächlich auf den Dorfplatz, machen den Motor aus und zack… stehen drei Einwohner neben unserem Bus. Wir haben noch nicht einmal die Türen geöffnet, werden wir regelrecht bedrängt. Die nette Dame vom Lebensmittelladen hat Fotos von Che Guevara und von Tania die man kaufen kann. Nicht die Originalen, Fotos von den Fotos… Der junge Mann hat den Schlüssel fürs Museum, das wir natürlich unbedingt besuchen müssen und der ältere Mann verkauft T-Shirts und Andenken. Muss man selbstverständlich auch kaufen wenn man doch schon in La Higuera ist.
Wir sind leicht schockiert und auch genervt. Wir gehen in den Lebensmittelladen, kaufen uns Kekse -nein, keine Fotos, danke- machen einige Fotos vom Dorfplatz und gehen wieder Richtung Bus.
Ganz entsetzt kommen die Drei uns nach und wollen uns unbedingt dazu überreden, mehr zu kaufen oder wenigstens ins Museum zu gehen. Wir verneinen, bedanken uns und machen uns schnell vom Acker. La Higuera hin, Che Guevara her, was zu viel ist, ist zu viel…
Von Vallegrande nach Samaipata
So übernachten wir nun nicht wie vorgesehen im Dorf, sondern fahren weiter nach Vallegrande. Dort decken wir uns am Markt mit Lebensmitteln ein und suchen uns einen Schlafplatz.
Von Vallegrande nach Samaipata ist die Strasse wieder asphaltiert. Wir freuen uns, uns wieder einmal ohne Gerumpel und Gerüttel fortbewegen zu können. Schon kommt das erste Mauthäuschen. Wir bezahlen, damit wir auf der schönen, asphaltierten Strasse fahren dürfen. Nach 500 Metern sagt uns unser Navi, dass wir abbiegen müssen. Ja und wieder einmal glauben wir das auch und sehen, dass das eine Abkürzung ist. Fertig ist auch schon das Ruhige vor uns hinfahren. Gut eineinhalb Kilometer kamen wir in den Genuss der asphaltierten Strasse. Jetzt liegt wieder eine Erdpiste vor uns. Was für eine! Ich bin mir auch Heute noch nicht sicher, ob das wirklich eine Strasse war! Immer wieder hat es Stacheldrahtzäune die man öffnen muss, um der Strasse weiter folgen zu können. Einmal ist es so steil, dass ich das Tor fast nicht öffnen kann ohne nach hinten zu fallen. Ich hoffe, dass wir da bald durch sind! Die Strasse sieht unbefahren aus, wenden ist hier ein Ding der Unmöglichkeit. So bleibt uns nicht viel mehr als weiter zu fahren. Es geht immer höher hinauf und höher. Bald kann ich den Gipfel sehen und frage mich, ob wir auf der anderen Seite wieder hinunter kommen oder ob auf dem Gipfel schluss ist und wir alles wieder zurück müssen. Diesmal ist auch Mister RoadTrip nicht ganz so motiviert diese Piste zu fahren. Haben wir uns doch so auf Asphalt gefreut.
Endlich kommen wir oben an und was sehen wir? Ja die Strasse geht weiter! Wir sehen aber auch, dass die Schlaufe der Asphaltstrasse nicht so ausholend ist, und wir in der Zeit die wir bis jetzt benötigt haben für die Abkürzung, locker zweimal gefahren wären. Na ja, wir sind jetzt hier und so bringen wir den zweiten Teil des Weges auch noch hinter uns.
Samaipata
Wir haben es geschafft! Wir sind in Samaipata. Wir wissen von einem günstigen Campingplatz, der nur hundert Meter vom Markt weg liegt. Die hundert Meter sind aber nur Fussweg. Somit sind wir schnell im Dorf aber trotzdem liegt der Camping ruhig und es herrscht kein Durchgangsverkehr.
Samaipata ist ein kleines Hippie Dorf und wir fühlen uns dort sehr wohl. Da Mister RoadTrip und ich ein wenig reisemüde sind, beschliessen wir, dass wir hier zwei, drei Tage verbringen werden. Zwei, drei Tage… Aus Tagen wurden Wochen. Wenn man immer nur unterwegs ist, kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem man nicht mehr alles verarbeiten kann und eine Pause braucht. So verbringen wir unseren Break hier in dem kleinen Dorf und geniessen das Nichtstun, schlendern durchs Dorf und besichtigen den nahegelegenen El Fuerte. Eine guterhaltene Stätte der Inkas. (Wikipedialink https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fuerte_de_Samaipata )
Wohin es uns als nächstes verschlägt? Das steht im nächsten Beitrag.







