Uspallata nach Mendoza auf der Ruta 13

RoadTrip-GirlArgentinien, Offroad, Welt bebummeln/Reisetagebuch Leave a Comment

Der erste Andenpass liegt nun hinter uns und wir kommen nach Uspallata. Uns wurde erzählt, dass es von dort drei Möglichkeiten gibt um nach Mendoza zu kommen.

•Ein Möglichkeit ist Asphalt, fast schon Autostrasse. Na ja…

•Die zweite Möglichkeit nennt sich „Strasse der 365 Kurven und ist eine Schotterpiste mit Serpentinen und sensationellen Aussichtspunkten. Hört sich verlockend an…

•Dann gibt es noch die dritte Möglichkeit, eine alte Militärstrasse und auch zu finden bei den gefährlichsten Strassen der Welt. Eine der gefährlichsten Strassen der Welt, hmmm…

Was denkt ihr, welche Strasse nehmen wir? Genau! Nummer 3!

Ruta 13, eine der gefährlichsten Strassen der Welt

Wir starten um 13.00 Uhr. Ausgeschlafen und mit Kaffe versorgt, gehen wir die „nur“ 94 Kilometer an. Anfangs ist es eine ganz normale Schotterpiste.

Auch kommen uns noch andere Fahrzeuge entgegen. Auf dieser Strecke liegt eine Sehenswürdigkeit, der farbige Berg, Cerro Colorado.

Wir schiessen einige Fotos und fahren weiter. Durch Schluchten, vorbei an Kakteen und munter voran. Nachdem wir den farbigen Berg hinter uns gelassen haben, kommt uns seltsamerweise kein anderes Fahrzeug mehr entgegen. Die Strasse ist aber immer noch gut zu befahren.

Hürde Nummer 1: Die Höhe

Wir wissen, dass wir über zwei Pässe müssen die jeweils um die 3000 MüM sind. Der erste Pass liegt nun vor uns und sieht nicht wirklich gefährlich aus. Serpentinen schlängeln sich den Berg hoch und wir tuckern gemütlich aufwärts. Ab und an gehen mehrere Wege von der „Haupstrasse“ weg, doch sie kommen immer wieder einige Meter weiter vorne wieder zurück. Bild StrasseWir kommen oben an und haben einen Ausblick über Bergspitzen und Schluchten.

Die erste Hürde ohne Schwierigkeiten gemeistert. Der Weg ist immer noch gut zu fahren und es geht weiter.

Hürde Nummer 2: Welcher Weg

Wir sindimmer noch ganz allein… Der nächste Pass liegt vor uns. Beim Näherkommen sehen wir, dass es zig verschiedene Wege nach oben gibt. Alle sehr steil! Wir versuchen den ersten Weg, doch unser Dicker ist zu schwer oder der Motor hat zu wenig Leistung. Wir kommen nicht hoch. Der zweite Weg ist anfangs besser, doch auch dieser wird sehr, sehr steil. Hillclimbing lässt grüssen! Zum Glück entdecken wir noch einen anderen Weg. Er ist sehr schmal, gerade mal Wagenbreit und mit vielen engen Kurven. Ich schwitze und klammere mich an meinen Angstgriff. In jeder Kurve sehe ich den Abgrund unter uns der immer tiefer und tiefer wird und hoffe, dass wir heil oben ankommen. Mister RoadTrip und Stitch haben alles im Griff, trotzdem bin ich mehr als erleichtert, als wir endlich oben sind.

Hürde Nummer 3: Es geht steil nach unten

Wer oben ist, muss irgendwann wieder nach unten. Auch hier gibt es wieder verschiedene Wege. Wir schauen uns alle einmal an, entscheiden uns für den, der nicht zu steil ist und auch nicht durchs Bachbett geht. Gute Entscheidung! Wir kommen holpernd aber gut voran.

Hin und wieder liegt ein Kadaver von einem Guanako auf der Seite. Manchmal springen auch lebende Guanakos über den Weg. Menschen oder Fahrzeuge sehen wir immer noch keine. Wir sind ganz allein in der Wildnis. …und nun beginnt der eigentliche Abstieg… Wagenbreiter Weg, gaaanz enge Kurven, und teilweise fehlt der Weg, da das Gestein sich gelöst hat und in den Abgrund gestürzt ist. Wieder darf ich in die Tiefen des Abgrunds blicken da der Weg von unserem Stitch ausgefüllt wird. Grosse Löcher auf dem Weg. Trotz Bodenfreiheit stehen wir einige Male an. Mister RoadTrip steigt jedes Mal aus und kontrolliert, ob noch alles dran ist. Wir haben Glück und können immer wieder weiterfahren. Endlich sehe ich ein Ende der kurvigen Strasse. Das schlimmste haben wir hinter uns.

Hürde Nummer 4: Bachbett

Wir haben es geschafft! Keinen Abgrund mehr, dafür geht es jetzt links und rechts des Weges nach oben und ein kleiner Wasserrinnsal wird immer grösser und kräftiger. Wir fahren in einem Bach. Es ist rutschig und wir kommen nur langsam voran. Immer wieder lösen sich Steine vom Untergrund und wir schaukeln vor uns hin. Endlich hat das Wasser ein Einsehen und verlässt den Weg.

Hürde Nummer 5: Wütende Hunde

Wir fahren noch ein Stück und wollen uns einen Platz zum schlafen suchen. Plötzlich kommen zwei Hunde aus dem Nichts auf uns losgerannt. Wir sind fahrend im Bus und beide Hunde rennen wie verrückt neben uns her. Hupen nützt nichts. Schneller fahren geht bei dem Weg nicht und auch die Kekse, die ich ihnen rausgeworfen habe, werden nicht beachtet. Sie rennen und bellen immer noch neben uns her. Irgendwann bin ich so genervt von den beiden, dass ich mit tiefer Stimme wütend zum Fenster hinaus zurück belle. GRRRWAU WAU WAU!!! Siehe da, die zwei sind so überrascht, dass sie stehen bleiben und die Verfolgung aufgeben. Mister RoadTrip und ich schauen uns an und können fast nicht mehr aufhören zu lachen! Manchmal kann auch ich ein Pitbull sein.Es ist 18.30Uhr. Fünfeinhalb Stunden für 70 Kilometer… Endlich finden wir einen Platz um zu schlafen und freuen uns, ein Abenteuer mehr gemeistert zu haben. Die restlichen 24 Kilometer machen wir am nächsten Tag. Nur noch Grobes Kiesbett fahren und danach normale Schotterpiste. Kindergeburtstag würde Mister RoadTrip sagen.

Die Ruta 13, eine der gefährlichsten Strassen der Welt? Gut möglich…

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