Mit der Fähre sind wir von Savona (Italien) nach Bastia gefahren. Da wir es nicht so spannend finden den ganzen Tag auf dem Deck von einer Fähre zu sein, nahmen wir die Nachtfahrt. So kamen wir schön ausgeruht am nächsten Morgen im Hafen von Bastia an.
Da Mister RoadTrip sich vor der Reise erkundet hat, wusste er genau wohin es uns als erstes führen wird. Nach Saleccia zum Camping U Paradisu. Der Weg führt an der Westküste Korsikas entlang, etwa 1,5 Stunden von Bastia entfernt. Bei Saint- Florent füllten wir unseren Kühlschrank mit Lebensmitteln für die nächsten Tage. Besonders mit gaaaanz viel Lonzu. Eine Spezialität des Landes.
Herstellung
Lonzu wird aus Schweinefilet hergestellt, üblicherweise ergibt ein Filet zwei Lonzi. Die Fleischstücke werden direkt nach dem Auslösen gesalzen (ca. 35 g / Kilogramm Fleisch) und in einem Gefäß vier bis fünf Tage kühl gelagert. Hierbei verliert das Fleisch Wasser. Die Stücke werden wieder gesalzen, gepfeffert und mit Wein gewaschen. Das Filet wird sodann durch Umbinden mit Bindfaden bzw. Schnur in einem Schweinedarm fixiert, im Anschluss geräuchert und einige Monate getrocknet. (Quelle Wikipedia)
Nun machten wir uns auf den Weg nach Saleccia ins Desért de l‘ Agriate.
Mister RoadTrip erwähnte noch nebenbei, dass die Strecke offroadig sei. Nun ja, wie es uns dabei erging, könnt ihr gerne hier nachlesen.
Da der Campingplatz geschlossen hatte, fuhren wir ein Stück weiter und entdeckten ein herrliches Fleckchen. Dort haben wir uns für diese Nacht einquartiert.
Am nächsten Tag fuhren wir die Strecke wieder zurück und da wir ja Probleme mit der Benzin und Stromleitung hatten, wurde leider nicht wie geplant die nächste Etappe in Angriff genommen, sondern wir durften erst eine Werkstatt aufsuchen. Nun ja wie es nun mal so ist auf Korsika, kennt man sich mit VW Bussen nicht aus. Der erste den wir gefragt haben meinte, er kenne sich mit dieser Art von Fahrzeug nicht aus. Verwies uns aber an eine Werkstatt in Calvi. So ruckelten wir also los nach Calvi. Zum Glück kamen wir noch vorwärts obwohl es fast mehr ein Hüpfen als ein Fahren war. Bei der Werkstatt vorgefahren, voller Zuversicht zur Anmeldung und unser Problem erklärt. Was nicht so einfach war, wenn man französisch kann aber keine Ahnung hat wie das in der Sprache der Mechaniker heisst. Das wurde mir in der Schule nun mal nicht beigebracht. Nach langem hin und her gingen wir vor die Tür um dem Mechaniker zu zeigen was das Problem ist. Doch soweit kam es nicht, da er, als er unser Fahrzeug sah, die Hände über dem Kopf zusammenschlug und den Kopf schüttelte. Nein, nein, nein solch ein Auto könne man hier nicht flicken. Falls es jemand gibt, dann in der Hauptstadt Ajaccio.
Nun Ajaccio ist mehrere Autostunden entfernt und wir können unmöglich mit unserem Stitch noch soweit fahren. Unsere Laune war soeben in den Keller gerannt.
Mister RoadTrip überlegte einen Moment und forderte mich auf, in den Bus zu steigen. Wir hüpften los und ich wusste nicht was jetzt abgeht. In Calvi hüpften wir nun durch die Strassen, bis Mister RoadTrip einen Baumarkt sieht. Wir fahren auf den Parkplatz und er sagt zu mir, dass wir improvisieren müssen. Also rein in den Baumarkt, dicke Stromkabel, Klemmen und alles was dazugehört gekauft und los ging es. So legte Mister RoadTrip provisorisch neue Leitungen an. Das alles vor dem Baumarkt auf dem Parkplatz. Nach einer Weile kroch er wieder unter dem hervor und meinte zu mir, wir würden uns jetzt ein Plätzchen suchen für die Nacht. Dort wolle er nochmals das Ganze in Ruhe anschauen, aber es sollte eigentlich soweit in Ordnung sein. Skeptisch setze ich mich in unseren Stitch und wir fuhren los. Ein Stück zurück, falls es doch nicht geht, wäre der Weg nicht noch weiter entfernt zurück nach Bastia. Gespannt wartete ich nun darauf, ob Stitch wieder zu hüpfen anfängt. Wir fuhren einige Meter und nichts passiert. Doch plötzlich gab es wieder einen Ruck und wir hüpften eine kurze Strecke. Dann wieder lief Stitch normal weiter.
Wir suchten uns nun einen Ort zum Schlafen und einigten uns, dass wir auf dem öffentlichen Parkplatz, einige Minuten vom Meer entfernt, unser Nachtlager einrichten werden.
So hatten wir doch noch etwas vom Abend. Wir gingen an den Strand und genossen den Sonnenuntergang. Zurück bei Stitch, sahen wir, dass auf dem Parkplatz eine Futterstation für Katzen aufgebaut war und auch jemand dort war der Spendenfutter austeilte. Korsika hat ein Katzen und Hundeproblem. Es gibt sehr viele Streuner und es ist nicht immer einfach die Tiere zu ignorieren. Vor allem für uns nicht.
Wir sahen, dass nicht alle Katzen an Futter gelangten. Da wir aber nicht fahren und somit kein Futter besorgen konnten, kochten wir viel mehr Nudeln als nur für uns zwei und schütteten diese in die Futternäpfe. Auch wenn Katzen Fleischfresser sind, so hatten sie wenigstens etwas.
Am nächsten Morgen legte sich Mister RoadTrip unter den Bus und zog alle Leitungen nochmals neu. Angespannt ging es dann los und wir sahen uns nur immer wieder stumm an. Mit jedem Meter ohne geruckel hellten sich unsere Mienen mehr und mehr auf. Alles lief wieder wie geschmiert und wir erreichten Porto ohne weitere Zwischenfälle.
In Porto blieben wir zwei Nächte auf dem Camping Sole e Vista. Porto ist eine kleine Touristenstadt mit Souvenir Läden, Tauchshops und vielen kleinen Cafés. Da wir nicht in der Saison dort waren, war alles ganz entspannt und gemütlich. Bilder und Sehenswürdigkeiten von Porto gibt es in einem anderen Beitrag.















Comments 4
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Hach ja….Probleme mit dem T3, das kommt mir nur allzu bekannt vor. Auf unserer Hochzeitsreise zum Nordkap mussten wir zweimal eine Werkstatt aufsuchen und einmal notgedrungen am Seitenstreifen der Autobahn schrauben..
Auf Korsika waren wir schon zweimal und sind schwer verliebt in diese Insel. Zum Plage de Saleccia sind wir letztes mal auch endlich gefahren. Mit dem Beetle war uns das zu riskant, aber da wir nun einen Geländewagen besitzen, stand der Fahrt durch die Wüste nichts mehr im Weg. Und ist es nicht großartig dort?
Herzliche Grüße von
Kerstin
Author
Solche Geschichten machen doch das Reisen im eigenen Fahrzeug erst interessant, nicht wahr? …und man hat immer etwas zu erzählen. 😉
Ja Korsika ist eine wunderschöne Insel! Wenn du einmal da warst, zieht es dich immer wieder dorthin zurück.
Plage de Saleccia ist ein Traum! Nur die Mücken waren echt zuviel. Lach!!! Hatte es, als ihr da wart auch so viele hungrige Blutsauger?
Herzliche Grüsse
Veronica
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