Die letzten Reisevorbereitungen für Südamerika und wie wir uns dabei fühlen

RoadTrip-GirlKunterbuntes, Panamericana Vorbereitung, Reisevorbereitung Südamerika 4 Comments

Immer wieder werden wir mit der Frage konfrontiert, ob wir uns schon freuen auf unsere Reise nach Südamerika. Ganz ehrlich? Die letzten Wochen und die letzten Vorbereitungen sind das Schlimmste.

Warum die letzten Vorbereitungen für unsere Traumreise die schlimmsten sind?

Persönliche Gegenstände

Wo fang ich da bloss an? Du verlierst immer mehr von dem was einmal deine Komfortzone war. Es ist befreiend, doch auf der anderen Seite stehst du manchmal vor einem Gegenstand, der dich an irgendetwas erinnert und du musst dich entscheiden, soll das nun auf die Palette mit den Sachen die du behältst oder wird es weggeworfen. Ich war schon einige Male den Tränen nahe weil ich mich von etwas trennen musste. So einfach wie es immer vorgesagt wird ist es nicht! Ist vielleicht auch eine Einstellungssache. Doch es gibt Tage, an denen ich mich etwas anderem widmen muss, um mich davon abzulenken. Meist geht es am nächsten Tag viel besser. Es ist ein Loslassen und ein Abschliessen mit einem Leben, das mir eigentlich sehr gut gefallen hat. Alles aufgeben für etwas wo ich nicht weiss, werde ich das einen Monat, ein Jahr oder doch länger machen.

In solchen Momenten bin ich froh, dass Mister RoadTrip an meiner Seite ist. Für ihn ist es vielleicht noch ein bisschen schwieriger als für mich, da er ein Sammler-Gen besitzt, wie wahrscheinlich die meisten Männer, die sich in der Freizeit mit Schrauben und Rumwerken beschäftigen. Sich von all dem zu trennen ist schwer. Da in die Suche nach gewissen Ersatzteilen oder bestimmtem Werkzeug doch viel Zeit und Geduld investiert worden war. Das alles ist jetzt einfach weg. Sozusagen von jetzt auf gleich. Nicht einfach, aber machbar und ich bin stolz auf Mister RoadTrip!

Letzte Behördengänge

Immer wieder gehst du alles durch. Habe ich alle Versicherungen gekündigt und die Bestätigung erhalten. Wo muss ich nochmals nachfragen, was kann ich abhaken? Du hast das Gefühl, dass nun alles erledigt ist und dann kommt von Mister RoadTrip: „Haben wir den XYZ informiert das wir bald weg sind?“ Verdammt, das habe ich vergessen… Nur um ein Beispiel zu nennen. Erst wenn du dich mit all den Versicherungen und Abos auseinandersetzen musst, weisst du erst wieviel das alles ist. Ich habe von einer lieben Freundin einen Kalender bekommen in den man super alles eintragen kann. Er ist in dieser Zeit Gold wert! Danke Ale!

Verabschieden

Wir haben uns von einigen schon verabschiedet doch noch lange nicht von allen. Auch wenn wir wiederkommen irgendwann, ist so ein Abschied doch jedesmal eine emotionale Sache. Es zehrt wenn man liebe Menschen „das letzte Mal“ in den Arm nimmt und Tschüss sagt.

Die Wohnsituation

Wir haben das grosse Glück, das wir die Zeit vor unserer Abreise bei den Eltern von Mister RoadTrip verbringen dürfen. Wir werden umsorgt und geniessen die Zeit hier richtig. Ihr wollt wissen wie das ABER aussieht? Wir sind Heimatlos… Es gibt kein „unser Zuhause“ mehr. Kein Haus und kein Bus… Das ist ein Gefühl das man nicht wirklich in Worte fassen kann. Schön, weil man so liebevoll aufgenommen wird, ein bisschen verloren, da man kein eigenes Zuhause mehr hat und beklemmend, weil man den Bus auf hoher See weiss.

Vergessene Sachen die noch mit auf die Reise müssen

Wir sind das Werkzeug am durchgehen und da liegt er. Unschuldig schaut uns der Drehmomentschlüssel an. Sollte der nicht eigentlich schon im Bus sein? Doch sollte er. Meine Flip Flop. Wieso sind meine Flip Flop noch hier? Auch diese sollten mit unserem Stitch unterwegs sein. So geht es uns mit einigen Sachen. Sie sollten schon längst unterwegs sein, doch sie sind es nicht.

Gute Ratschläge

-Geht nicht nach XXX dort wird euch die Karre unter dem Arsch weggeklaut.
-In das Land YYY würde ich nicht reisen, dort ist es gefährlich.
-Ihr müsst genügend Medikamente gegen ZZZ mitnehmen, da ihr es zu hundert Prozent bekommen werdet.

Solche und andere gut gemeinte Ratschläge vor der Abreise bekommen wir zu hören. Ist lieb gemeint, doch wenn man sich vor allem und jedem fürchten muss, kann man gleich Zuhause bleiben.

Diese Vorbereitungen und Situationen sind es, die in mir die Vorfreude dämpfen. Gehört habe ich es hin und wieder von anderen Reisenden. Wie es aber wirklich ist, weisst du erst, wenn du in dieser Situation bist.

So, jetzt wisst ihr wie wir uns fühlen! Doch wir würden es wieder tun. Auch wenn es eine strenge und emotionale Zeit ist und war, wächst man daran und lernt immer wieder etwas dazu. Man lebt durch diese Herausforderungen und man lernt mit Situationen umzugehen, an die man zuvor keinen Gedanken verschwendet hat.

Vielleicht wart ihr ja auch schon in solch einer Situation und könnt es nachvollziehen. Dies soll kein Jammer Beitrag sein, sondern euch einfach aufzeigen, wie es uns im Moment so ergeht.

Comments 4

  1. Hola! Das Gefühl kenne ich nur zu gut, so ähnlich war es bei uns auch vor der Abreise. Aber warte ab, sobald Ihr im Flieger sitzt ist das alles vergessen und die Vorfreude steigt. Und wenn Ihr dann endlich Euren Bulli wieder habt…das ist ein Hammer Gefühl!
    Freut Euch auf das was kommt, es wird großartig
    Lieben Gruß aus Kolumbien
    Sandra (von bus-life.de)

    PS: Auch wenn man es vorher nicht glauben mag, aber hier gibt’s auch Geschäfte und die Apothekendichte ist ähnlich wie bei uns, also weniger ist mehr!

    1. Post
      Author

      Danke für die lieben Worte Sandra!

      Ich freue mich auf den Tag, an dem wir unseren Bulli in Empfang nehmen und endlich los können… Dann ist der Zeitpunkt gekommen an dem wir jetzt fast ein Jahr daraufhin gearbeitet haben.

      …und danke für den Tipp mit den Apotheken!

      Liebe Grüsse und geniesst Kolumbien
      Veronica

  2. Ich kenne das Gefühl. Kann ich auch nachvollziehen. Allerdings nicht ganz. Mir war damals klar, dass ich zurück kommen werde. Irgendwann. Deshalb habe ich mir liebe Dinge eingelagert. In die Kiste und auf den Dachboden oder Keller. Bei Mr. Roadtrip’s father and mother beispielsweise. Oder den Gegenschwiegern. Warum solltet Ihr Euch auch von den Dingen forever trennen? Irgendwann gibt es ja auch ein Leben danach. Und das , genau das, müsst ihr heute schon planen, auch wenn Ihr nicht wisst, wann das sein wird. Wie heißt ihr eigentlich wirklich? Oder habe ich das überlesen? Sorry for that in advance. Die Spannung steigt! Auch ich bin gespannt! Drücke weiterhin die Daumen.

    1. Post
      Author

      Hallo Peer

      Von allen Dingen trennen wir uns nicht, wir stellen auch einiges ein, doch es gibt das eine oder andere, das man so nicht mehr braucht und nur einen emotionalen Wert hat. Da hat sich bei Martin und mir in all den Jahren dann doch so einiges angesammelt.

      Danke fürs Daumen drücken! Hach ja, auch bei uns steigt die Spannung und können es kaum noch erwarten…

      Liebe Grüsse
      Veronica

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.