Unser ausgewählter Weg führt uns nicht direkt auf die Ruta 40. Erst geht es über eine Schotterpiste durch eine Art Canon. Hinter fast jeder Kurve liegt eine Lagune, eine spezielle Felsformation oder ein Ausblick den man so nicht erwarten würde.

Doch nach diesen Highlights geht es dann doch auf die 40iger und so können wir Kilometer abspulen. Ab nach El Chaltén!
El Chaltén und der Fitz Roy
El Chaltén ist ein Paradies für Naturfreunde. Man kann viele verschiedene Wanderungen um das Fitz Roy Bergmassiv machen. Kanu fahren, bouldern oder klettern. Der Fitz Roy gilt als einer der schwierigsten Berge der Welt. Wenn man ihn so sieht ist er schon sehr eindrucksvoll. Doch das er zu den schwierigsten Bergen gehört, verdankt er nicht nur seiner Beschaffenheit, nein, es ist vielmehr das Wetter, das eine Klettertour erschwert. Schon ganz viele gute Kletterer mussten kurz vor dem Erklimmen des Gipfels aufgeben, weil ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Es kann völlig klar sein und innert wenigen Minuten zieht eine Wolken oder gar Sturmfront auf. Das man die Berge so klar sieht wie hier, ist selten.
Auch wir wagen uns auf kleinere Touren. Geniessen die Aussicht auf den Berg, sehen Condore majestätisch um uns herumsegeln und erleben, wie das Wetter von strahlend schön und warm in kurzer Zeit umschlägt auf bissig kalt und nass. Um den Fitz Roy besteigen zu können, gehört eine gehörige Portion Wetterglück dazu.
Calafate
Nach 11 Nächten in El Chaltén machen wir uns auf den Weg nach Calafate. Das Dorf ist ein typischer Touristenort. Unmengen an Souvenirshops drängen dicht an dicht die Strassen entlang und auch Tourenanbieter gibt es hier wie Sand am Meer. Drei Nächte verbringen wir hier. Jeweils an verschiedenen Orten. Einmal ganz alleine am Strand.
Ein anderes Mal mitten im Getümmel und die letzte Nacht auf einem Platz in der Nähe des Getümmels, nachdem wir vom Gletscher Perito Moreno zurück kommen.
Gletscher Perito Moreno
Einer der wenigen Gletscher der noch wächst auf dieser Erde. Dieses Naturschauspiel wollen wir uns nicht entgehen lassen. Mit 500 Argentinischen Pesos pro Person nicht gerade günstig, doch wo sieht man schon einen Gletscher kalben.
Früh um sechs stehen wir auf und machen uns eine Stunde später vom Lago Rocha auf zum Gletscher. Beim Lago Rocha gibt es einen kostenlosen Campingplatz und ist in etwa sechzig Kilometer Entfernung zum Gletscher. Die Fahrt dorthin führt erst über eine Schotterpiste, auf der sich viele wilde Hasen tummeln, bis zum Eingang des Parks und dann beginnt eine kurvenreiche, asphaltierte Strasse. Hin und wieder erhascht man einen Blick auf den Gletscher.
Beim Parkplatz angekommen, steigen wir aus und machen uns auf dem Weg, noch näher an den Perito Moreno ran. Dazu geht man über eine Art Brückensystem. So wird die Natur durch uns Touris nicht gänzlich niedergetrampelt und verwüstet.
Eindrucksvoll wie er so vor einem liegt. Die Farbspiele je nach Sonnenlicht. Das dumpfe Krachen des Eises wenn es langsam Risse gibt und der dröhnende Schall, wenn die Eismasse ins Wasser stürzt. Wenn man den Bruch hört, ist der abgebrochene Teil schon im Wasser. Man hört nur die Schallwellen und dann ist das Schauspiel schon vorbei. Eigentlich steht man nur stundenlang doof rum und wartet bis man das Eis abbrechen sieht, bevor man es hört. Da es aber wirklich etwas Besonderes ist, stehe ich gerne doof rum und werde auch mit einem grösseren Bruch belohnt. Mister Roadtrip konnte es sogar filmen.
Nach diesem Schauspiel und nach Calafate, zieht es uns weiter. Wieder nach Chile. Diesmal zum Torres del Paine. Ein schneller Grenzübertritt bei Cerro Castillo und es trennen uns nur noch wenige Kilometer bis zum Park. Wir können die Torres schon von draussen sehen.
Torres del Paine
Im Park angekommen, fahren wir noch ein kleines Stück bis zum Parkplatz, wo die Wanderung zu den Torres beginnt. Leider ist der Wettergott dieses Mal nicht ganz auf unserer Seite. Es regnet nicht, doch die Torres sind dick eingehüllt in Wolken. Einige sind trotzdem nach oben, doch als sie zurück kamen, waren sie ein wenig enttäuscht, da man absolut nichts sehen konnte. Es war einfach nur eine graue Wand. Acht Stunden Weg für eine graue Wand kann schon enttäuschend sein. Abends zeigen die Berge sich immer wieder einmal, doch am Tage haben wir vergeblich darauf gewartet. Doch dann ändert sich das Wetter und es ist richtig schön und warm. Mister RoadTrip macht sich mit vier anderen Reisenden, die wir unterwegs getroffen haben, auf den Weg zur Lagune. Abends kommt er mit zittrigen Beinen aber zufrieden wieder zurück. Der Aufstieg war nicht ohne, doch es hat sich gelohnt die 7 Stunden zu gehen. Auch ohne die Torres Lagune für mich, hat der Park seinen Reiz.
Trotzdem frage ich mich, wieso die Strassen so grottenschlecht sind. Wellblechpiste par excellent. Schrecklich! Besonders wenn man bedenkt, dass da viele, wirklich sehr, sehr viele Leute mit Bussen dahingekarrt werden und der Eintritt verhältnismässig teuer ist. Mehr als 30 CHF/pP und dazu noch 15 CHF/pN wenn man auf dem Parkplatz übernachten will. Da frage ich mich schon, ob es einen Grund gibt, dass die Strassen nicht gemacht werden, oder was mit den Einnahmen geschieht. Der ganze Nationalpark ist sehr teuer. Ein Bier kostet zwischen 7 und 10 CHF, WCs auf den Wanderwegen kosten auch. Auch wenn mich einige nun dafür kritisieren wollen, doch wir haben in der Schweiz die schöneren Berge auf denen man wandern kann und dazu noch kostenlos! Da verstehe ich den ganzen Rummel um die Torres nicht so wirklich. Hmmm…




















