Im Süden von Chile

RoadTrip-GirlChile, Welt bebummeln/Reisetagebuch 1 Comment

Ich weiss nicht wo ich beginnen soll. Chile wie wir es bis anhin erlebt haben, weckt verschiedene Gefühle in mir. Die Carretera Austral mit den üppigen Wäldern, entlang verschiedener Fjorde, Flüssen und Bächen ist ein Traum. Der Süden mit der ursprünglichen Natur ist unbeschreiblich schön aber eher kühl.

Menschen im Süden Chiles

Nicht nur die Temperaturen auch die Menschen die wir dort getroffen haben sind eher kühl und distanziert. Es braucht eine Zeit der Annäherung bis sie sich offen und herzlich zeigen. Doch dann wird man richtig in die Familie integriert.

Autofahren in Chile

Doch beim Autofahren zeigt sich dann doch das Südländische Temperamt. Jeder will überholen, auch wenn die Karre aus dem letzen Loch pfeift, fast schon das Gaspedal zum Unterboden rausgedrückt wird, er muss unseren Dicken überholen. Wehe wir überholen einmal ein Fahrzeug das schneller fahren könnte als wir, im Moment aber gemütlich in der Gegend rumgondelt. Schnell wird dann der Fahrer zu einem Rallypiloten ala Collin McRay. Entweder klebt er uns dann am Ar… oder überholt gleich wieder, damit er uns zeigen kann, dass er doch ein sehr schnelles Auto hat. An die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote halten sich die Wenigsten. An den Ampeln jedoch, verhält es sich meist gesittet, auch wenn mal aus zwei Spuren drei oder vier gemacht werden, geht alles einigermassen regelkonform einher. Bei Fussgängerstreifen ohne Ampel, wird angehalten, da der Fussgänger Vortritt hat. Sind Hunde auf der Strasse, wird nicht abgebremst sondern gehupt. Bus und Taxifahrer sind die schlimmsten. Doch das Wichtigste überhaupt ist der Pannenblinker!

Pannenblinker in Chile

Bei uns meist nur für Pannen gebraucht, doch in Chile geht es nicht ohne. Irgendwo anhalten, zum Beispiel im Halteverbot, Pannenblinker ein, alles gut. Fracht nicht gesichert, Pannenblinker ein. Fährt man an eine Baustelle wo ein Mensch die Tafel aufhält was zu beachten ist, Pare (Stopp) oder Siga (Fahren), muss man was wohl? Genau, die Pannenblinker einschalten. Kein Licht in der Nacht am Fahrzeug? Nicht so schlimm, hauptsache die Pannenblinker funktionieren. Alles andere wird überbewertet.

Nationalparks im Süden von Chile

Für einige Parks bezahlt man, doch es passiert auch oft, dass man durch einen fährt und man es gar nicht mitbekommt. Erst durch ein Schild am Strassenrand und die Schotterpiste, merkt man, das ist ein Nationalpark.

So gondeln wir gemütlich durch dichte Wälder, an Seen vorbei und staunen immer wieder über die Vielfalt der Natur.

Vulkane im Süden von Chile

Wir sind fasziniert von den Vulkanen im Süden von Chile. Verschiedene Möglichkeiten um sie zu besteigen oder zu befahren gibt es. Wozu wir uns entschlossen haben? Na das kann man sich fast schon denken. Wer läuft schon wenn man fahren kann.

Vulkan Osorno

Der Vulkan Osorno ist der Erste auf dem wir übernachten. Das Wetter ist leider dieses Mal nicht so ganz auf unserer Seite. Nebelverhangen begrüsst er uns. Wir fahren eine steile Bergstrasse hoch. Die Landschaft wird immer karger und Mister RoadTrip kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, als er dieses Gefährt hier, bei der Talstation stehen sieht.

Wir wandern auf einem Pfad, fahren ging leider nicht, über einen kleinen Teil des Vulkans. Doch der Wind bläst so stark, dass es mich bei der nächsten Biegung fast von den Füssen reisst.

Mir wird das Ganze zu gefährlich. Wenn man dort abstürzt, gibt es keinen Halt und ich weiss nicht wie weit man rutschen würde, bis man wieder zum Stehen kommt. Schnell begeben wir uns wieder zu unserem VW Bus wo wir, dank Standheizung, eine gemütliche Nacht verbringen.

Vulkan Villarrica

Aktive Vulkane, wie der Villarrica, sind etwas Besonderes. Wir übernachten auf dem Vulkan und sehen, wie ständig ein Räuchlein aufsteigt.

Ein klein wenig mulmig ist mir schon, wenn ich mir vorstelle, dass wir auf einem quicklebendigen Vulkan stehen wo man oben am Krater die Lava sehen kann. Auch wenn alles gut überwacht wird und er im Moment als „ungefährlich“ eingestuft wird. Das Ding brodelt und lebt! (Am 3. April 2018 ist er ausgebrochen,von wegen „ungefährlich“! Das hat man uns erzählt, ob es stimmt weiss ich nicht, habe nichts gefunden dazu im Netz.)

Vulkan Lonquimay

Dieser Vulkan ist für mich persönlich, der Beeindruckendste. Nicht weil er der Schönste, Höchste oder was auch immer ist. Nein, für mich macht die Umgebung des Lonquimays ihn zum bisher Schönsten. Bei der Anfahrt geht es immer steiler nach oben. Über schwarzen Sand, der aus Lava entstand, fahren wir den Vulkan hoch. Da es doch relativ kalt ist, sind einige Stellen mit Schnee oder Frost bedeckt. Die Strasse geht dann rechts am Vulkan vorbei und plötzlich fühlt man sich wie in einer anderen Welt.

Es gibt einen Aussichtspunkt, an dem man noch weitere Vulkane sehen kann. Dort beschliessen wir, eine weitere Nacht umgeben von Vulkanen zu verbringen. Da auch hier der Himmel ganz leicht verhangen ist, entscheiden wir uns, dass wir am nächsten Morgen früh aufstehen und den Sonnenaufgang erleben wollen.

Für solche Bilder steht man gerne früh auf oder was meint ihr?

Viele fahren denselben Weg wieder zurück. Wir jedoch nicht. Ich hab da etwas gelesen, wo es um eine Offroadstrecke geht, die noch eine Herausforderung sein soll. Als ich das Mister RoadTrip erzähle, könnt ihr euch ja vorstellen, wie ein schelmisches Grinsen in seinem Gesicht erscheint.

Ob wir es schaffen werden, vom Lonquimay nach Casas de Guallali zu fahren, oder ob wir aufgeben müssen? Das steht im nächsten Beitrag.

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