Korsika Ostküste: Von Gurgazu über Col de Bavella nach Aléria

RoadTrip-GirlRoadtrip Korsika 3 Comments

Von Gurgazu nach Porto Vecchio fuhren wir über die N198. Auf der Fahrt hatten wir beide das Gefühl, dass etwas fehlt wenn wir die Landschaft betrachteten. Es war, wie wenn wir auf einer anderen Insel gelandet wären. Keine Felsmassive, fast schon Autobahn, das wilde Korsika war weg. Einfach so, ohne Abschiedsworte…

Das wollten wir nicht so hinnehmen. Bei Porto Vecchio dann ein Wegweiser nach Zonza. Nicht das wir den Namen schon mal gehört hätten, doch wir fanden es besser diesem Weg nachzugehen, als auf der „Autobahn“ zu bleiben. Nach wenigen Metern schon, wussten wir, dass war die richtige Entscheidung. Wieder auf engen Strassen unterwegs, durch kleine Dörfer durch, so fuhren wir einfach immer weiter hoch. Hier sahen wir auch die einen oder anderen Tiere auf der Strasse, von denen immer die Rede war.

Wir fahren den Pass hinauf und sind erstaunt, wie schön es hier war. Man kam sich vor wie in einem riesigen Wald und hatten das Gefühl die einzigen Menschen auf Erden zu sein.

Eigentlich wollten wir auf dem Pass übernachten, doch es wurde uns dann doch zu kalt. Col de Bavella eignet sich aber super um zu wandern. Auch Kletterer kommen hier voll auf ihre Kosten. Der Stein ist leider sehr rauh und scharf, aber einige Routen sind gut machbar. Meiner Meinung eher etwas für Fortgeschrittene. Ausser Bouldern, da gibt es von leicht bis sehr schwierig alle Probleme zu lösen.

Schade, dass wir nicht besser ausgerüstet waren. Hier hätte man es einige Tage locker aushalten können und sehr vieles entdeckt.

Für uns ging es dann den Pass wieder runter nach Solenzara und es hiess, sich ein Platz fürs Übernachten zu suchen. Eigentlich wollten wir in der Umgebung von Solenzara bleiben und fuhren auch ein Stück zurück bis nach Favone. Doch wir fanden nirgends einen Stellplatz. Somit wendeten wir wieder und fuhren Richtung Aléria. Bei Ghisonaccia wollten wir an den Strand fahren. Marina du Caprone. Sah auf der Landkarte sehr schön aus. Wir fuhren die Schotterpiste nach unten und mussten leider einsehen, dass das nicht unser Übernachtungsplatz sein würde. Einige Fischer mit ihren Booten waren am Strand und überall lag Abfall rum. Es stank gotterbärmlich. Wie wenn man neben einer Jauchegrube stehen würde. Brrr…

So ging es weiter zum nächsten Weg Richtung Strand. Aristone rechts, nach Marina du Caprone. Der Name klang schon sehr speziell und wir dachten, dass es da nun auch dementsprechend schön sein sollte.

Nun ja, wir fuhren immer dem Weg entlang. Zuerst war es eine geteerte Strasse, danach eine Schotterpiste und zum Schluss hatten wir uns auf einer Motocrosspiste wiedergefunden. Vom Meer war weit und breit keine Spur. Dafür gab es alles was das Motocross Herz begehrt. Auch nicht das was wir immer noch suchten.

Wieder zurück auf die Strasse, bei Aléria noch ein wenig weiter und wieder rechts weg Richtung Meer. Aller guter Dinge sollen ja bekanntlich drei sein. Jawohl das war es dann auch, unser Platz für die Nacht war gefunden. Direkt neben einem Strandhotel parkten wir unseren Stitch.

Dort assen wir dann auch wirklich sehr gut und günstig zu Abend. Wir waren nicht die einzigen, die diesen Platz für sich ausgesucht hatten. Wir bekamen schon bald Besuch von einem Paar aus Graubünden. So wurde es ein richtig geselliger Abend mit Bier und Chips und jede Menge Geschichten rund um Roadtrips. Leider fuhren die Zwei am nächsten Tag wieder zurück in die Schweiz. Wir alle wären gerne noch länger zusammen unterwegs gewesen.

Wir fuhren dann am nächsten Morgen los Richtung Prunete. Auf dem Weg machten wir an einer Tankstelle halt um Mückenspray zu besorgen. Wir wurden am Strand regelrecht gefressen von den Biestern und hatten kein Antibrumm mehr. Leider gab es dort kein solches. Sie wollten uns Citronella Kerzen oder irgendwelche Salbe gegen Juckreiz verkaufen, doch das hatten wir alles schon und wussten, es würde nicht nützen. Plötzlich fängt der Kassierer an zu grinsen und zeigt auf einen uralt aussehenden, verstaubten Spray hinter sich. Er gab ihn uns und wir waren glücklich doch noch etwas gefunden zu haben. Als wir ihn bezahlen wollten, meinte er nur:“ Pics sont terrible! Bonne Chance!“ Freudig und überrascht nahmen wir den Spay, dankten ihm und fuhren unserem nächsten Etappenziel entgegen.

Im letzten Teil unserer Reise geht es auf einen Schrottplatz, über einen wunderschönen Pass zurück an die Westküste und an den Anfang unserer Reise. Würde mich freuen wenn ihr auch wieder mit dabei seid.

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Comments 3

  1. Pingback: Korsika: Von der Ostküste zur Westküste und zurück | RoadTrip- Girl

  2. Wenn Ihr die rauhe Natur Korsikas ebenso mögt wie wir, solltet Ihr das nächste mal unbedingt eine Wanderung durch die Spelunca-Schlucht unternehmen, über die Scala di Santa Regina fahren, Capula & Cucurruzu (keine Ahnung, ob das jetzt richtig geschrieben ist) ansehen und Euch im Fango-Delta ein Kayak mieten.

    Hach…diese Insel hat sooooo viele tolle Ecken!

    Herzliche Grüße von
    Kerstin

    1. Post
      Author

      Oh ja, wir lieben die natur Korsikas! Ich könnte stundenlang auf einem der Felsen sitzen und einfach so aufs Meer schauen.
      Vielen Dank für die Tipps! Falls es uns wieder auf die Insel verschlägt, werden wir uns diese Vorschläge sicherlich näher ansehen.
      Die nächsten Jahre wird nichts daraus, doch wie gesagt, wenn man einmal dem Zauber der Insel erlegen ist, kommt man nict mehr von ihr weg!
      Liebe Grüsse
      Veronica

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