Uruguay mit VW Bus erleben und bereisen 2

RoadTrip-GirlUruguay, Welt bebummeln/Reisetagebuch Leave a Comment

Wir starten in einen neuen Tag. Mister RoadTrip kann es nicht lassen an unserem Stitch zu werkeln. Die Tageskilometer zählen nicht mehr und das muss natürlich repariert werden. Eigentlich waren wir schon startklar, als es ihm wieder in den Sinn kommt. So wird nun erst einmal geklebt und geschraubt. Währenddessen gesellt sich eine einheimische Familie zu uns. Der Sohn heizt mit dem Quad über die Motocross Piste und die Eltern machen sich ans Fischen. Nicht ohne uns zuerst zu begrüssen und nachzufragen, ob bei uns alles in Ordnung sei, oder ob wir Hilfe brauchen. Ich bin immer wieder erstaunt wie zuvorkommend die Leute hier sind.

Fast and Furious Teil XYZ

Mister RoadTrip ist fertig mit reparieren und wir können los. Wir fahren Richtung Osten und haben kein festes Ziel vor Augen. Punta del Este, dort wollen wir durchfahren, das wissen wir. Mehr aber nicht. In Punta del Este angekommen, sehen wir weiter vorne auf einem Parkplatz eine Menschenansammlung. Wir fahren langsamer und sehen ganz viele Autos. Neugierig wie wir sind, machen wir halt neben den abgesperrten Parkplätzen. Es schallt uns lateinamerikanischer Hip Hop entgegen und wir riechen verbrannten Gummi und sehen Rauch. Yeah! Wir sind im real Fast and Furios gelandet.

Autos aller Arten stehen hier an, um einen Burnout hinzulegen. Grosse Autos, kleine Autos, schöne Autos und solche, bei denen man sich nicht getraut die Türe zu fest ins Schloss zu werfen, aus Angst, die ganze Karre könnte dadurch zusammenfallen. Wir schmeissen uns ins Getümmel und Mister RoadTrip freut sich! Wir sind erst einige Schritte von Stitch weg, schon steht auch er im Interesse der Leute und es wird gefachsimpelt und unter den Bus geschaut. Die Reifen werden begutachtet und, und, und… Ja auch unser Dicker wird hier unter die Lupe genommen. Allgemein ist das Interesse an unserem Bus gross. Erst am Tag zuvor, hat ein älterer Mann extra angehalten, um ihn näher zu betrachten.

Strasse ohne Weiterfahrt

Nachdem wir nun genug Testosteron und Gummi geschnuppert haben, ziehen wir weiter. Immer noch Richtung Osten. Eine schöne Strasse am Meer entlang. Wir fahren über eine Lagune und da steht am Strassenrand auf einem Schild geschrieben, dass die bezahlte Strasse nun fertig sei. Hmmm… Was das wohl heissen mag? Wir erfahren es einige Meter weiter. Die Strasse ist nicht mehr geteert, sie ist jetzt nur noch eine Schotterpiste mit mehr oder weniger Schlaglöchern. Wir fahren nun gemächlich auf dieser Route weiter. Irgendwo steht Laguna Rocha geschrieben. Wir beschliessen, dass das gut klingt und fahren in diese Richtung. Erst müssen wir aber durch eine Herde Kühe, die von einem Gaucho zusammengetrieben wird. Er winkt uns freundlich und zeigt uns an, dass wir einfach durchfahren sollen.

Die Strasse wird immer schmaler und auch die Schlaglöcher nehmen an Grösse zu. Ein kleiner Teil ist unterspült worden und da befindet sich ein Loch. So müssen wir die Strasse verlassen und durch die Wiese fahren. Bis es nicht mehr weiter geht. Eine Strasse ohne Weiterfahrt.

Laguna Rocha

Doch der Abstecher hat sich definitiv gelohnt. Wir kommen an eine Lagune die nur durch eine schmale Landzunge vom Meer getrennt ist. Wunderschön! Der Klang der Meereswellen und die Ruhe des Sees. Etwas das nicht gegensätzlicher sein könnte. Schwärme von Papageien lassen sich in der Nähe von uns nieder. Im See hat es ganz viele Krebse, die sich am Ufer sonnen. Hier bleiben wir!

Vereinzelt sind noch Fischer am See. Einer spricht mich an und fragt mich, ob wir auch fischen werden. Ich verneine und er ist ganz erstaunt darüber. Er meint, wir dürfen schon fischen, das sei kein Problem. Doch ich danke ihm und erkläre, dass wir hier nur übernachten wollen und ein wenig spazieren gehen. Nachdem er mich nochmals versucht umzustimmen und versichert, dass wir hier sicher etwas fangen würden, gibt er es dann doch auf, als er merkt, dass es nicht nützt. Der arme Kerl hat die Welt nicht mehr verstanden. Wie kann man bloss an der Laguna Rocha nicht fischen…

Mister RoadTrip macht in dieser Nacht noch Aufnahmen von der Milchstrasse. So viele Sterne habe ich schon lange nicht mehr gesehen!

Cabo Polonio

Am Morgen starten wir nun ausgeruht in den neuen Tag. Weiter geht es Richtung Osten. Wir besorgen uns an der nächsten Tankstelle noch eine Karte aus Papier von Uruguay und fahren nach Cabo Polonio. Dort gibt es einen Nationalpark wo man, wenn man Glück hat, Seekühe beobachten kann. Wir biegen in die Einfahrt ein und sehen, dass das gross aufgezogen wird. Eine Touristenattraktion sondergleichen. Sofort kommt ein Fahrer eines Offroadtaxis zu uns und erklärt uns, er fahre erst in einer Stunde wieder ans Meer runter. Ich frage ihn, ob es auch mit dem eigenen Fahrzeug möglich sei, doch das verneint er vehement. So ziehen wir weiter.

Cruz del Sur Esmeralda

Wir wollen nicht im Dunkeln fahren, deshalb halten wir Ausschau nach unserem nächsten Übernachtungsplatz. Wir steuern einige Strände an, doch unser Bauchgefühl sagt uns, dass wir hier nicht bleiben wollen. In Cruz del Sur Esmeralda, fahren wir, bis die Strasse zu Sand wechselt und wir verstecken uns hinter einer Sanddüne. Mister RoadTrip ist in seinem Element und driftet mit Stitch durch den Sand. Ihm gefällt es sichtlich. Schnell holt er den Spaten vom Dach, schaufelt ein Loch in den Sand und geht Brennholz sammeln. Keine fünf Minuten später brennt auch schon ein Feuerchen und wir essen lecker, gegrilltes Fleisch.

So schön kann Uruguay sein…

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