Der Lärm an der Tankstelle, wie auch das Ausgestellt sein, reisst mich immer wieder aus dem Schlaf. Mister RoadTrip schläft tief und fest neben mir. In der Morgendämmerung übermannt mich die Müdigkeit dann doch und auch ich schlafe tief und fest. Da wir beide nicht so wirklich erholt sind, einigen wir uns darauf, dass wir an diesem Tag nich so weit fahren. Ich mache mich ein wenig schlau und finde einen Campingplatz in der Nähe.
Quebrada de los Cuervos
Um dorthin zu gelangen, müssen wir über eine unbefestigte Strasse fahren. 24 Kilometer nur Wellblechpiste mit Schlaglöchern vom Feinsten.
Am Ziel angekommen, erwartet uns ein gemütlicher Platz. Der Platzwart ist sehr zuvorkommend und fragt uns, ob wir nur übernachten, oder auch den Rundlauf machen wollen. Dieser starte zwei Kilometer weiter hinten und er gehe in etwa drei Stunden. Da wir ja schon mal hier sind, wollen wir auch etwas von der Gegend sehen und kaufen gleich zwei Eintritte mit dazu.
In wunderschöner Natur, umgeben von Bäumen, vielen Vögeln, Echsen und einer Katze, geniessen wir es hier. Da wir aber noch nicht allzuviel körperliche Bewegung hatten, geht es nun auf eine kleine Wanderung. Wir gehen die 2 Kilometer bis zum Beginn des Rundweges in gemütlichem Tempo. Auf der Karte sieht man einen Bergsteiger mit Rucksack an einigen Stellen als Markierung, doch wir denken uns nichts dabei. Wir sind ja Bergkinder und ein wenig auf und ab ist in der Schweiz normal. So marschieren wir los. Wir tauchen in den Wald ein und nach kurzer Zeit fragen wir uns, ob wir hier auch richtig sind. Es geht steil bergab über Geröll und der Pfad ist von Pflanzen zurückerobert worden. Nur ein kleiner Trampelpfad. Da wir aber keinen anderen Weg zuvor gesehen haben, gehen wir weiter. Es wird ein wenig anspruchsvoll da wir wirklich auf einer Wanderroute sind, die leicht Alpines Flair hat. Doch wir sind auf dem richtigen Weg. Es hat gespannte Seile an gefährlichen Stellen, die ich gerne zu Hilfe nehme um runter zu klettern.
Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Lichtungen mit Blick auf das atemberaubende Panorama.
Auch ein Fluss schlängelt sich durch das Gebirge. Ein flacher Einstieg ermöglicht es, dass man sich dort erfrischen und Rast machen kann. Das ist der tiefste Punkt der Wanderung. Ja wenn man einmal unten angekommen ist, muss man auch wieder hinauf. Das steht uns jetzt bevor. Nach einigen Metern klettern ist Mister RoadTrip nur ganz leicht ausser Atem. Ich hingegen mache einer Dampflok alle Konkurrenz. Kleine Abendspazierrunde… Pustekuchen! Es ist anstrengend und ich spüre Muskeln, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich die überhaupt noch habe. Oben angekommen, fühle ich mich wie Rocky als er die Stufen emporgestiegen ist.
Jawohl! Wir haben es geschafft! Ein wunderschöner Weg! Ich hätte es bereut, wenn ich den nicht gemacht hätte. Es waren acht Kilometer die ich jedem nur ans Herz legen kann, der sich einmal in Uruguay befindet. Wenn wir gewusst hätten, was es da alles zu entdecken gibt, hätten wir es nicht am Abend gemacht. Da wir eher spät los sind, wurde es auch bald schon dämmerig. So hatten wir leider nur zwei Stunden für den Weg. Sinnvoller wäre es am Morgen loszugehen und den Tag am Fluss zu verbringen und am Nachmittag wieder langsam zurück zu gehen. Was wir sicher bei einer anderen Tour berücksichtigen ist, dass wenn ein Bergsteiger als Markierung gesetzt ist, wir uns auch dem entsprechend darauf einstellen und vielleicht anderes Schuhwerk als wir an hatten montieren.









