Nach einem langen Flug ohne grosse Turbulenzen landen wir am Freitag endlich in Uruguay. Schnell finden wir ein Taxi das uns mit kleinem Umweg zu unserem Hostel fährt. Der Umweg macht der Taxifahrer, damit er uns die Sehenswürdigkeiten, die auf der Strecke liegen, zeigen kann. Man merkt sofort, dass da bei ihm ein gewisser Stolz aufkommt und da wir einen Pauschalpreis bezahlen, lassen wir ihn auch gewähren.
Hostel in Montevideo
Mit Sack und Pack stehen wir nun vor unserem Hostel. Wir wollen nur schnell aufs Zimmer um unser Gepäck abzuladen und uns dann auf den Weg zu unserem Agenten zu machen. Ich klingel an der Tür und melde mich an, als mir ein Schwall spanischer Wörter entgegenkommt. Ich entnehme aus dem Ganzen nur, dass unser Zimmer besetzt ist und wir raufkommen sollen. Puuuuh… unser Zimmer besetzt? Das bedeutet, wir sind Obdachlos! Die Empfangsdame vertröstet uns, wir sollen doch bitte fünf Minuten warten, der Chef sei schon auf dem Weg zu uns.
Übermüdet und in Zeitnot (unser Agent erwartet uns schon), lassen wir nun das Ungewisse auf uns zukommen. Wir rechnen damit, dass der Chef sich Zeit lassen wird, doch wir haben uns geirrt. Es vergehen keine fünf Minuten bis er vor uns steht. Wir bekommen einen Kaffee und dann wird uns erklärt, dass es eine Überbuchung gibt. Das bedeutet, dass unser Zimmer erst am nächsten Tag frei wird. Er hat aber schon in einem anderen Hostel nachgefragt und dort seien zwei Betten frei in einem gemischten Hostelzimmer für vier Personen. Die Übernachtung sei gratis für uns. Da es nur für eine Nacht ist, willigen wir ein und beziehen das andere Hostelzimmer. Das Gepäck können wir zum Glück im Ersten deponieren.
Agent für unseren VW Bus
Beim zweiten Hostel angekommen, checken wir schnell ein und auf gehts zu unserem Agenten. Vor Ort treffen wir ihn aber nicht an. Sein Partner ist dort und erklärt uns, das Eduardo später kommen würde. Er könne leider kein Englisch, doch irgendwie würde das schon gehen. Da ich viel verstehe, konnten wir uns trotzdem gut verständigen. Alles was ich nicht verstand, wurde mit dem Google Übersetzer übersetzt.
Direccion Nacional de Migraciones
Unsere erste Aufgabe ist nun in die Direccion Nacional de Migraciones zu gehen und dort ein Dokument erstellen zu lassen, damit wir unseren Bus einführen können für ein Jahr. Gesagt getan! Wir machen uns auf den Weg dorthin. Zwei Kreuzungen weiter links und wir sind da. Dachten wir! Doch irgendwie habe wir uns verlaufen. Überall sind irgendwelche Direcciones angeschrieben, doch leider keines das so hiess wie unseres. Wir gehen in das nächst Beste und stehen im Armeegebäude von Uruguay. War ein sehr spezieller Moment! Bewaffnete Militärmenschen starren uns an wie wenn wir Aliens wären. Dabei wollen wir doch nur zu dem anderen Amt. Ich frage den, mir am nächsten stehenden Militarist, wiewir zu dem Amt kommen. Sofort erklärt er mir wo es ist. Wir bedanken uns, und gehen in die Richtung die er uns zeigte. Nach gefühlten hundert Strassen weiter, reicht es uns und ich steuer in das nächste Gebäude und frage einen Mann hinter einer Glasscheibe, wo das gesuchte Amt zu finden sei. Der steht auf, nimmt mich am Arm und geht mit mir zur Tür. Ich rechne schon damit, dass er mich aus dem Gebäude schmeisst, doch er will nur sicher sein, dass wir auch den richtigen Weg nehmen und er läuft mit uns die restliche Strecke bis zu unserem Amt. Überglücklich danken wir ihm und er strahlt uns einfach nur an und freut sich, dass wir uns so freuen.
Drinnen warten zig Menschen darauf, dass sie aufgerufen werden. Da es verschiedene Stationen gibt, an denen Menschen anstehen, wende ich mich an die Information. Dort wird mir gesagt ich soll anstehen. Als ich frage wo, meint er nur: „Dort“. Wo bei all den Schlangen von Menschen wollte er mir nicht sagen. So gehe ich an einen Schalter, an dem eine junge Dame immer wieder einmal einen Namen aufruft und frage sie, wo ich mich anstellen muss. Sie zeigt mir sogleich welche Schlange es ist und ich stelle mich dort an. Mister RoadTrip ist zum Glück immer an meiner Seite. Ich wäre schon längstens ausgerastet. Bürokratie ist in jedem Land gleich. Mal mehr mal weniger schnell, doch nie so wie ich das gerne hätte. Ich bin nun endlich an der Reihe um mein Anliegen vorzubringen und… Der Herr mit Anzug drückt mir einen Zettel in die Hand und meint nur, ich müsse einen Termin vereinbaren. ONLINE! Grrrrr… Dafür sind wir kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, haben uns angestellt in der Schlange, die in der Länge nicht vorstellbar ist, um mir dann anzuhören, dass wir einen Termin vereinbaren sollen. ONLINE! Ich war kurz davor Feuer zu spucken, doch Mister RoadTrip zieht mich langsam vom Tresen weg Richtung Ausgang. So dass ich nicht dazu komme noch irgendetwas zu sagen.
Wir machen uns auf den Weg zu unserem Agenten und er ist nun auch wirklich im Büro. Wir machen nun ONLINE einen Termin ab beim Amt, der aber leider erst am Dienstag früh sein wird und bereiten die restlichen Dokumente vor. Eduardo ist zuversichtlich und meint, dass wir unseren Bus, wenn alles klappen sollte, nun schon am Dienstag Nachmittag bereit sei für uns. Tja, ich finde er geht da ein wenig zu optimistisch ran, aber wir lassen ihn in dem Glauben, dass wir uns auf Dienstag Nachmittag freuen. Wir werden sehen…
Langes Wochenende in Montevideo
Am Samstag Morgen können wir nun in unser Hostelzimmer einziehen. Schnell eingerichtet, stehen wir nun auf unserem Balkon.
Ich schau so von oben auf die Menschen die die Strasse entlang gehen und plötzlich sehe ich jemanden, den ich zu kennen glaube. Ja klar, hier in Montevideo kenne ich ja jeden und alle… Ich stupse Mister RoadTrip an und sage es ihm. Er meinte nur, ich könne ja mal rufen. So stehe ich auf dem Balkon und rufe laut den Namen des mir bekannten Menschen. Tatsächlich bleibt er stehen und schaut zu uns rauf! Es ist Kurt von suitaontour.com. Er und Joly reisen auch auf der Panamericana mit Start in Uruguay. Eigentlich hätte er schon längst unterwegs sein sollen, doch wie es der Zufall so will, war dem nicht so. Wir gehen zu ihm runter und auf einen Kaffee. Er zeigt uns verschiedenes in Monte und lädt uns zu sich ein, wo wir auch Joly treffen. Wir reden und reden und entschliessen, noch ein wenig spazieren zu gehen. Da die zwei nun schon einige Wochen hier sind, kennen sie sich super aus in der Stadt und zeigen uns verschiedene Sachen. Den Plaza Independencia (LINK WIKIPEDIA), verschiedene Museen und zum Schluss noch die Rambla de Montevideo, die 22 Kilometer lange Strasse am Ufer des Rio de la Plata entlang. Ein Fluss, der so breit ist, dass man die andere Uferseite nicht sehen kann. Nach einigen Kilometern gehen wir etwas essen. Später machen wir uns wieder auf den Rückweg und haben einen wirklich tollen Tag und Abend verbracht mit den beiden. Was uns aber sehr beeindruckt, ist die Vorort Hilfe, die die beiden auf ihren Reisen machen. Hier ist der Link dazu. Schaut doch mal bei den Beiden auf der Seite vorbei.
Unser Fazit von Montevideo
Es ist Ende Winter und kalt. Es regnet immer wieder heftig. So ist alles sehr grau und trist. Vielleicht ist es im Sommer schöner, doch im Moment gefällt mir Montevideo nicht. Wir waren auf einem Markt, dem Fiera de Tristan Narvaja. Dort kann man wirklich alles kaufen was man braucht. Von Bekleidung, über Lebensmittel, Werkzeuge bis zu Dinge die man nicht braucht, Dinge die man nicht braucht aber haben will und vieles mehr. Da es aber wie aus Eimern schüttet, ist es leider nicht sooo wirklich toll. Auch da die Zelte niedrig sind und Mister RoadTrip immer gebückt durchgehen muss.
Es gibt sehr viele schöne alte Gebäude hier in der Stadt, doch meist wenn man so eines fotografieren will, steht daneben, dahinter, davor, schräg irgendwo ein „neues“ Gebäude. Die sind meist heruntergekommen und übersät mit Klimaanlagen vor den Fenstern. So, dass das alte Gebäude nicht zur Geltung kommt und irgendwie untergeht.
Ganz klar gibt es hier auch tolle Sachen zu entdecken. Die Promenade am Fluss (Rambla) ist sehr schön und die Menschen hier sind toll. Hilfsbereit und zuvorkommend. Wir sind hier sehr viel in Bewegung, mindestens 10 Kilometer Strecke pro Tag die wir hier locker gehen.
Das Essen ist auch lecker. Egal ob Empanadas, kleine, nach Wunsch gefüllten Teigtaschen oder Asado, viel, sehr viel Fleisch auf einem riesigen Grill.
Doch wir freuen uns, wenn wir unseren Stitch bald wieder bei uns haben und wir zu dritt Uruguay erkunden dürfen.







Comments 4
Ich wünschä eu viel Glück und alles Guäti uf eurem Wäg. Andrea
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Das isch liäb! Dankä vielmol!
Geht in die Pulperia! Alles Gute, Bene Benedikt vom BergMagazin ALPIN
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Hallo Bene!
Danke für den Tipp, werden wir uns gleich mal schlau machen. 🙂
Liebe Grüsse Veronica